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Professionelles Verhalten: Twitter

Was war passiert?

Eine Lehrerin in ihrem zweiten Arbeitsjahr griff über ihr persönliches Handy auf die Mikro-Blogging Website Twitter* zu um dort während des Schultages (manchmal auch während des Unterrichts) und außerhalb der Schule regelmäßige Updates zu posten.

Ihre Kommentare bezogen sich häufig auf ihre Arbeit, z.B. “Keine Lust auf die Mitarbeiterversammlung heute Abend”. Mehrere Mitarbeiter und Schüler verfolgten den Blog der Lehrerin auf Twitter und ein Kollege, der die Kommentare gelesen hat, hat sich beim Direktor über die Posts bezüglich der Schule beschwert.

Alle Mitarbeiter hatten eine Vereinbarung über die korrekte Nutzung unterzeichnet, die die folgende Bestimmung enthielt: “Ich gewährleiste, dass jegliche privaten sozialen Netzwerkseiten / Blogs usw., die ich erstelle oder zu denen ich aktiv beitrage, nicht mit meiner beruflichen Rolle verwechselt werden.”

*Twitter ist ein Dienst für Freunde, Familie und Kollegen, mit dem sie kommunizieren und in Kontakt bleiben können durch den Austausch von schnellen, häufigen Antworten zu einer einfachen Frage: Was machst Du gerade? Die Antworten müssen weniger als 140 Zeichen lang sein und können per SMS, Instant Messaging oder Internet versendet werden.

Was sollte ich tun, wenn mir so etwas passiert?

Zuallererst können Sie verhindern, dass so etwas passiert. Als LehrerIn sollen Sie nicht das Gefühl haben, soziale Netzwerke oder Blogs wie Twitter nicht nutzen zu dürfen, aber es ist besonders wichtig, dass Sie genau darauf achten, welche Informationen Sie öffentlich machen und zu welchem Zeitpunkt Sie dies tun.
Seien Sie sorgsam: Denken Sie nach, bevor Sie Kommentare im Internet posten – fragen Sie sich, ob Sie sich wohl fühlen bei dem Gedanken, dass Ihre SchülerInnen und deren Eltern, Ihre KollegInnen oder Ihre Vorgesetzten diese sehen.
Überprüfen Sie, wer Ihre Posts auf Twitter liest: So können Sie jeden blockieren, der Ihre “Tweets” (Updates) nicht lesen soll. Sobald Sie sich angemeldet haben, zeigt Twitter Ihre Homepage an. Klicken Sie auf „Followers“ im oberen rechten Menü. Dort sehen Sie in einer Liste jeden, der Ihre Posts abonniert hat. Für jeden Follower gibt es drei Optionen: Sie können auf sein Foto klicken um seine eigene Twitter-Seite zu sehen; Sie können ebenfalls seine Posts verfolgen oder Sie können ihn blockieren, so dass er Ihre Updates oder „Tweets“ nicht mehr sehen kann. So können Sie zum Beispiel SchülerInnen und KollegInnen blockieren, so dass sie Ihre Updates nicht sehen, wenn Sie persönliche Dinge posten.
Überprüfen Sie Ihre Datenschutzeinstellungen: Über diese Funktion können Sie ebenfalls eingrenzen, wer Ihre Updates lesen kann. Außerdem können Sie Ihren Benutzernamen hier ändern, so dass Ihr richtiger Name nicht mehr erscheint. Im oberen rechten Menü finden Sie bei Twitter die “Settings”. Indem Sie hierauf klicken, können Sie festlegen, was andere über Sie herausfinden können.
Wählen Sie einen Benutzernamen, der nicht Ihr richtiger Name ist: Ihr Benutzername ist ebenfalls die URL, die Twitter Ihnen gibt und der Name, unter dem all Ihre Tweets gepostet werden. Um Ihr berufliches Leben von Ihrem privaten Leben zu trennen, wählen Sie einen Benutzernamen, der Ihnen einen gewissen Grad an Anonymität bei Twitter gewährleistet, der jedoch auch nicht unpassend ist.
Ihr Profilbild: Wenn Sie nicht möchten, dass KollegInnen und SchülerInnen Ihre Updates bei Twitter lesen, sollten Sie nicht Ihr eigenes Foto veröffentlichen, sondern lieber eine Zeichnung oder eine Art Piktogramm. Wenn Sie erkannt werden möchten, wählen Sie kein Foto, das Sie in einer Art und Weise zeigt, in der Sie nicht tatsächlich vor der Klasse stehen wollten.
Erwähnen Sie in Ihrer „One Line Bio“ nicht Ihre Arbeit: Twitter bietet eine Ein-Zeilen-Biografie von bis zu 160 Zeichen, in der man sich selbst beschreiben kann. Sie sollten lieber Ihre Hobbys oder andere Interessen angeben anstelle Ihres Berufs oder Ihres Arbeitsplatzes.
Erwägen Sie die Nutzung eines “LehrerInnen” Twitter Kontos: Twitter kann eine lustige und sinnvolle Art sein mit Ihren SchülerInnen zu interagieren. SchülerInnen und LehrerInnen können über Twitter an Gruppenaufgaben arbeiten oder mit Twitter als Beispiel etwas über Internetmedien lernen. Wenn Sie Twitter mit Ihrer Klasse nutzen oder von Ihren SchülerInnen oder KollegInnen über Twitter gefunden werden möchten, sollten Sie dazu ein von Ihrem persönlichen Konto getrenntes Konto einrichten, welches von SchülerInnen und KollegInnen abonniert werden kann. Hier können Sie schulische Dinge posten, mit Ihren SchülerInnen und KollegInnen reden und Ihr anderes Konto für Ihre Freunde und Familie reservieren. Allerdings sollten Sie immer sicherstellen, dass Sie beim richtigen Konto eingeloggt sind, wenn Sie etwas posten. Am einfachsten ist es, für die verschiedenen Konten unterschiedliche Farb- und Hintergrundoptionen zu wählen.
Halten Sie Ihr berufliches und Ihr Privatleben streng getrennt – es wird empfohlen, dass Sie bei Ihrer persönlichen sozialen Netzwerkseite oder –blog keine derzeitigen oder ehemaligen SchülerInnen als „Freunde“ haben.
Denken Sie an Ihre Rolle innerhalb der Schulgemeinschaft und daran, wie Ihr Verhalten Ihren professionellen Ruf und den Ruf der Schule beeinflussen könnte. Wenn Ihre SchülerInnen oder jemand anderes im Internet auf Informationen über Sie stößt, die nicht für sie gedacht sind, sollten Sie sofort mit einer/einem Vorgesetzten (z.B. Ihrer Direktorin/Ihrem Direktor) darüber sprechen.

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