ePortfolio

Im pädagogischen Bereich hat der Portfolio-Begriff insbesondere im Kontext des Lernkultur-Wandels verstärkt Einzug gehalten. Eingesetzt in Lehr-Lern-Prozessen können mit Hilfe des Portfolio-Ansatzes Lernprozesse von bspw. Schülern/Schülerinnen dokumentiert, reflektiert und beurteilt werden. Damit wird die Perspektive des Lernenden konsequent berücksichtigt.
Bild
Anforderungen an ein ePortfolio
EIfEL formuliert folgende TOUCH Kriterien:
|T|ransparency of usage: Transparenz von ePortfolios ermöglicht Einblicke sowohl in das eigene als auch in fremde ePortfolios
|O|pacity of contents: Der Besitzer hat jederzeit die vollständige Kontrolle über alle persönlichen Inhalte und kann die Zugänge/Einblicke von außen verwalten
|U|biquitous: Allgegenwärtigkeit und Vernetzbarkeit von ePortfolios untereinander sowie des jeweiligen ePortfolios mit anderen Elementen der “digitalen Identität”.
|C|elebration of achievements: Möglichkeit der individuellen Gestaltung eines ePortfolio
|H|olistic: Ganzheitliche Darstellung und Präsentation der persönlichen Biografie durch ein ePortfolio
Basierend auf den Prinzipien Kommunikation, Partizipation und Transparenz, gibt es Portfolios jedoch in verschiedenen Anwendungsformen, z.B. als Arbeits-, Entwicklungs-, Vorzeige-, Talent- oder auch Bewerbungsportfolio. Die Vielfalt dieser Formen macht deutlich, dass die Portfolioarbeit im Fluss ist und es ein großes Spektrum an Einsatzmöglichkeiten gibt. Gemeinsam ist ihnen, dass sie eine Subjektorientierung aufweisen und ein tieferes Verständnis individueller Potenziale sowie individuellen Handelns und Lernens erwirken. Portfolios sind Medien der Dokumentation (über den Prozess des Lernens, für Arbeitsergebnisse, zur Leistungsbewertungen etc.) und dienen als Grundlage für die Darstellung eigener Kompetenzen. Insbesondere in Schule können sie zur Darstellung, Bewertung oder auch Evaluation von Lernprozessen eingesetzt werden.
Möglichkeiten von ePortfolios
In jüngster Zeit haben verschiedene europäische Institutionen begonnen, das Portfolio mit neuen Medien zu koppeln. Seitdem existieren unter dem Begriff ePortfolio verschiedene internetbasierte Angebote, die in ihrer Bedeutung stets zunehmen. Eportfolios sind nach dem EifEL (European Institute for E-Learning) Sammlungen von digitalen Artefakten (Informationen) der jeweiligen Biografie aus unterschiedlichen Perspektiven und Dimensionen, ähnlich einer persönlichen Webseite. Sie ermöglichen die Präsentation von Wissen sowie Lern- und Entwicklungsschritten in allen Multimedia-Ausdrucksformen (Bild, Ton, Grafik, Video). Damit sprechen ePortfolios alle Sinneskanäle an, was mittels eines textbasierten Portfolios nicht möglich ist.

Zugleich ermöglichen sie ein umfangreiches, zeit- und ortsungebundenes Abrufen, Speichern und Sichern von Daten bzw. Materialien. Inhalte und Services können somit mit anderen geteilt werden, um sie in unterschiedlichen Szenarien einzusetzen oder bspw. Feedback-Gespräche über erreichte Ziele mit Lehrkräften, Gleichgesinnten durchzuführen. Jedoch ist ein ePortfolio immer privat, d.h. der jeweilige Besitzer entscheidet über eine persönliche Verwendung hinausgehende Nutzung.
ePortfolio in der Schule
In der Schule kann das ePortfolio somit als innovatives Lerninstrument eingesetzt werden, das Schüler/innen beim selbstorganisierten Lernen, der Reflexion des eigenen Lernprozesses bzw. der persönlichen Auseinandersetzung mit Lerninhalten und Lernzielen auf einer Plattform unterstützt. Ziel ist es, das ePortfolio als persönliches Instrument zu etablieren, das der jeweilige Benutzer über die Schule hinaus, bspw. zu Bewerbungszwecken, nutzen kann, um seine Kompetenzen optimal darzustellen.