Online kommunizieren

Die Vielfalt medialer Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten wird insbesondere von Jugendlichen intensiv genutzt. Die Kommunikation in Online-Communities hat eine gemeinschafts-bildende und identitätsstiftende Funktion. Jedoch werden Wirkungsweise und mögliche Folgen der Medienkommunikation zu wenig beobachtet und reflektiert.
Stets mit Handy oder Smartphones, chattend oder in Online-Communities anzutreffen: Befragt man Erwachsene über das Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen, zeigen sich viele aufgrund des langen Nutzungszeiten beunruhigt. Jedoch bieten Medien Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten, die für Jugendliche in Zeiten zunehmender Individualisierung und der Abnahme traditioneller Gemeinschaften wie Familie identitätsstiftend und gemeinschaftsbildend wirken.

Die neuen Wege der Kommunikation eröffnen eine andere Qualität in der Art und Weise, wie Sozialkontakte organisiert und persönliche Informationen übermittelt werden können. Problematisch ist es, wenn Erwachsenen diese Welt verschlossen bleibt und sich damit kritische Aspekte der Medienkommunikation der Reflexion und Kontrolle entziehen.
Nutzungszeiten
Im Durchschnitt sind Zwölf- bis 19-Jährige in Deutschland 179 Minuten täglich (Mo-Fr) online.


Technische Konvergenz von Endgeräten
Die optimale Ausstattung mit verschiedenen Medien ist Kennzeichen des jugendlichen Alltags. Ab dem Alter von 12 Jahren besteht nahezu Vollversorgung im Besitz von Handy, Smartphones, Computer und Internetzugang. In diesem Zusammenhang eröffnet insbesondere die Medienkonvergenz, d.h. das Zusammenwachsen verschiedener Einzelmedien zu einem Ausgabegerät, neue Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten, die von Heranwachsenden selbstverständlich in den Alltag integriert werden. Die Medienkonvergenz bietet für Jugendliche einen Mehrwert in Form von zusätzlichen Kommunikations- und Handlungsoptionen.
Multifunktionale Wege der Kommunikation
Bei etwa 85% der 12 Jährigen gehört laut der Studie Kinder und Jugend 3.0 der Bitkom ein Smartphone zur Standardausstattung. Dieser multimediale Alleskönner ist für Jugendliche besonders wichtig: neben dem Telefonieren kann man Musik hören, fotografieren, spielen, Nachrichten verschicken, Musik sowie Bilder austauschen und vieles mehr. Mit zunehmendem Alter der Heranwachsenden und der wachsenden Bedeutung von Identitätsbildung und Peer-Group, nimmt die Kommunikation und Organisation des sozialen Netzwerks mittels Handy, Smartphone und Internet zu. Die mediale Kommunikation erfolgt nun habitualisiert und zumeist über Instant Messenger, (öffentliche) Chats oder Online-Communities. Letztere verschaffen dem durch „user generate content“ gekennzeichneten Web 2.0 seine Relevanz.
Kritische Mediennutzung ist gefragt!
Dieser von Heranwachsenden selbstverständlichen Nutzung der konvergenten Medienwelt und der damit einhergehenden Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten stehen Erwachsene zumeist skeptisch gegenüber. Denn die Kenntnis und der Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten ist oftmals gering. Gleichzeitig ist es durch eine individualisierte Medienkommunikation erschwert, die Übersicht zu behalten, um bei problematischem Nutzungsverhalten oder problematischen Inhalten eingreifen zu können.

Hier liegt aus medienpädagogischer Sicht die Herausforderung. Denn obwohl Kinder und Jugendliche in die Vielfalt medialer Kommunikationsmöglichkeiten hineinwachsen und deren Chancen und Möglichkeiten nutzen, sollten sie begleitet werden, um sie zu einer kritischen und kreativen Mediennutzung zu befähigen. So ist die gemeinsame Reflexion problematischer Aspekte der Mediennutzung wesentlich. Diese problematischen Aspekte sind bspw. das Tauschen von gewalthaltigen oder pornografischen Bildern per Handy, das inadäquate Verhalten in Chatrooms und Communities bis hin zu verschiedenen Formen des Mobbings im virtuellen Raum.