Jugendschutzsysteme nutzen

Um Kinder und Jugendliche vor Inhalten zu bewahren, die sie in ihrer Entwicklung beeinträchtigen können, wurde ein umfassendes Regelwerk geschaffen: Der gesetzliche Jugendmedienschutz.
Eine Vielzahl an Institutionen und Einrichtungen der freiwilligen Selbstkontrolle tragen für die Umsetzung der gesetzlichen Richtlinien zum Schutz von Kindern und Jugendlichen Sorge, u.a. mit der Alterseinstufung von Computerspielen, Filmen, Fernsehsendungen etc.

Ins Blickfeld gerückt werden hier die gesetzlichen Regelungen für die Filterung von Inhalten im Internet, die zur Unterstützung der Medienerziehung von Kindern und Jugendlichen dienen sollen. Hierunter fallen u.a. Jugendschutzprogramme, sprich besondere Jugendschutzfilter, die von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) gemäß bestimmter Richtlinien anzuerkennen sind.
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Anforderungen an Jugendschutzsysteme
Jugendschutzfilter sind Anwendungen, die den Zugang zu Internetinhalten und –diensten (Chats, Messenger etc.) nach bestimmten Kriterien festlegen. So sollen Jugendschutzfilter analog der Alterseinstufungen bei Spielen und anderen Medien nach Altersgruppen abgestufte Zugänge zu Internetinhalten bieten und sich zudem in der Praxis als tauglich erweisen. Insbesondere haben Jugendschutzfilter die Aufgabe absolut unzulässige, jugendgefährdende und entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte (im Bereich Pornographie, Gewalt, Rechtsextremismus etc.) zu blockieren. Die Filter werden bspw. lokal auf dem Computer oder auf dem Proxy-Server einer Schule eingerichtet.
Möglichkeiten der Filterung
Um den Anforderungen des Jugendschutzes gerecht zu werden, gehen Anbieter von Jugendschutzsystemen nach verschiedenen Methoden vor, die zumeist kombiniert werden. So kann eine redaktionelle Klassifizierung mit Positiv- und Negativlisten erlaubte bzw. verbotene Seiten filtern. Bei der automatischen Klassifizierung werden durch spezielle Algorithmen bestimmte Seiten oder Anwendungen gesperrt. Daneben gibt es die Selbstklassifizierung der Anbieter von Webseiten, die ihre Inhalte mit virtuellen Kennzeichen versehen können, die die lokale Software auf dem jeweiligen Rechner einstuft und ggf. die Inhalte sperrt.
Wirksamkeit von Jugendschutzsystemen
Über die Wirksamkeit von Jugendschutzfiltern bestehen wenige Informationen. Generell kann davon ausgegangen werden, dass ein alleiniger technischer Schutz nicht ausreichend ist. Er muss eingebettet sein in eine medienpädagogische Begleitung von Kindern und Jugendlichen. Hierunter fällt bspw. die gemeinsame Vereinbarung von Onlinenutzungs-Zeiten in der Familie, die gleichzeitig per Filtersystem eingestellt werden kann. Auch in der Schule ist der Einsatz von Jugendschutzfiltern sinnvoll, jedoch kein Ersatz für die medienpädagogische Unterstützung von Kindern und Jugendlichen im Unterricht.