Lernen mit OER

Wie verändert OER das Lernen? Im Idealfall könnte ähnlich wie beim Einstieg in das Internetzeitalter eine Bewegung entstehen, in der Experten, Lehrpersonen und NutzerInnen gemeinsam Lernmaterialen erstellen, nutzen, verbreiten, adaptieren und somit Lehren und Lernen als einen gemeinsam erlebten Prozess gestalten.
Nun ist es bis dahin noch weit und es wäre ja schon ein großer Schritt, wenn die Nutzer rechtssicher die zur Verfügung stehenden Materialien verändern und an ein konkretes Lernszenario anpassen könnten oder gute Materialien in öffentlichen Plattformen mit anderen verbreiten und teilen könnten.
Bildungsexperten diskutieren mit Thomas Schmidt von Teachtoday über die Anwendbarkeit und Chancen von OER-Materialien in Schulen.
Denn die eingeschränkte Nutzung bzw. Vervielfältigung von herkömmlichen Materialien setzt Lehrkräften Grenzen bei einer binnendifferenzierten und kompetenzorientierten Gestaltung von modernen Lernarrangements. Und die gängige Praxis des "Zusammenkopierens" von Arbeitsblättern, Textausschnitten oder Lernkontrollen schafft nicht zuletzt urheberrechtliche Probleme.
Dass dies bereits möglich ist, zeigen zum Beispiel die Aktivitäten der Siemensstiftung im Bereich der beruflichen Ausbildung, die sehr öffentliche Diskussion und Verfügbarmachung von neuen Lehrplänen des Landes Berlin oder der Aufbau eines eigenen Materialpools am Franz-Stock-Gymnasium Arnsberg.
Mit der stärkeren Nutzung oder Einbeziehung von OER-Materialien wird somit nicht nur eine bessere Verfügbarkeit von digitalen Lehr- und Lernmaterialien geschaffen. Es entsteht im besten Sinne eine nutzergetriebene Qualitätsverbesserung, wenn vorhandene Materialien spezifisch und individuell auf die eigenen Lernszenarien angepasst werden - ohne das Risiko einer Urheberrechtsverletzung.