Jugendschutz bei Spielen

Computerspiele sind als ein Massenphänomen in der Gesellschaft angekommen: In wirtschaftlicher, sozialer und wissenschaftlicher Hinsicht nehmen Computerspiele einen hohen Stellenwert ein, prägen die Jugendkultur und das Freizeitverhalten.
Nicht zuletzt an den zahlreich öffentlich geführten Debatten „für und wider“ des Spielens ist abzulesen, dass Computerspiele im Alltag fest angekommen sind. Computer- und Konsolespiele sind weit verbreitet und haben insbesondere bei männlichen Jugendlichen das Fernsehen als Referenzmedium abgelöst.

Computerspiele rufen bei vielen Faszination und Begeisterung hervor, was zugleich Fragen nach der Medienwirkung aufwirft, die eine pädagogische Antwort suchen: Machen Computerspiele aggressiv, süchtig oder abhängig? Oder sind sie förderlich? Eine andere Frage ist die, ab welchem Alter Computerspiele für Heranwachsende freigegeben werden können – hier kommt der Jugendschutz zum Tragen.
Alterskennzeichen
Die meisten Computerspieler kennen die Alterskennzeichen, doch laut Studie halten sich nur wenige beim Kauf eines Computerspieles an die Altersangaben.
Faszination und Erlebnis
Computerspiele faszinieren einen großen Teil der Gesellschaft – sie bieten Spielspaß aber auch viele Lernmöglichkeiten. Dies war im Jahre 2008 Anlass für den Deutschen Kulturrat gute Computerspiele als Kulturgut anzuerkennen und den ersten deutschen Computerspielepreis ins Leben zu rufen.

Fragt man danach, worin die große Anziehungskraft von Computerspielen liegt, ist man schnell bei dem großen Motivationspotential angelangt, das gute Spiele in sich bergen.

Computerspiele ermöglichen es dem Spielenden, bedingt durch den interaktiven Charakter, selbst aktiv zu sein, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und selbst bestimmt zu agieren. Permanente Eingabe-Ausgabe-Schleifen, unmittelbares Feedback und ausgewogene Zyklen der Spannung und Lösung, die ein gutes Spiel hat, rufen bei vielen Spielern eine große Motivation hervor und lösen ein „Flow“-Erlebnis aus, was fesselnd wirkt.
Gefahr und Risiko
Wie bei anderen Medien, sind auch mit Computerspielen Risiken und Gefahren verbunden. Diese Gefahrenaspekte drehen sich zumeist um gewalthaltige Darstellungen oder den zeitlich übermäßigen Medienkonsum, der durch das beschriebene Flow-Erlebnis befördert werden und ein Suchtverhalten auslösen kann.

Aus Sicht des Jugendschutzes wird als staatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe insbesondere die Frage nach der Altersgerechtigkeit von Computerspielen aufgeworfen. Hiernach sind solche Spiele problematisch, die Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung beeinträchtigen, die geistige oder seelische Gesundheit gefährden können.
Jugendmedienschutz im Bereich Computerspiele
Rechtsgrundlage in Deutschland bei der Prüfung und beim Verkauf von Computerspielen auf Bildträgern (z.B. DVDs, Discs) ist das Jugendschutzgesetz (JuSchG). Nach diesem ist jedes für Kinder und Jugendliche öffentlich zugängliche Computerspiel zu prüfen und für eine bestimmte Altersgruppe freizugeben. Ohne Alterskennzeichnung darf ein Spiel weder verkauft, ausgehändigt noch vorgeführt werden.

Für das Prüfen der Spiele sind in Deutschland die Obersten Landes-jugendbehörden (OLJB) sowie die Selbstkontrolleinrichtung der Computer- und Videospieleindustrie, die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) zuständig. Eine Freigabe erfolgt entweder
ohne Altersbeschränkung
ab 6, 12, 16 Jahren oder
ohne Kennzeichen, sprich das Spiel erhält „keine Jugendfreigabe“.
Mit der Alterskennzeichnung stellt der Gesetzgeber Mindestforderungen an Spiele, die jedoch keiner pädagogischen Beurteilung von Spielen gleichkommen.

Beim Kauf eines Spiel kann es passieren, dass dieses doppelt gekennzeichnet ist. Neben der Alterseinstufung der USK ist zudem die europäische PEGI-Norm (Pan European Game Information) zu finden. Mit PEGI existiert eine europäisches System, dass die übergreifende Bewertung von Spielinhalten mit Alterskennzeichen, sowohl on- als auch offline, möglich macht. In Deutschland ist ein solch übergreifendes System jedoch derzeit nicht anerkannt - die Bewertung von auf Trägermedien verbreiteten Spielen wird durch die USK durchgeführt.
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