Bildungsnotiz

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Bildungsnotiz 12.02.2020
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Jung, vernetzt und engagiert?

Was tun junge Menschen in der digitalen Welt? Wie informieren sie sich über das Weltgeschehen und beteiligen sie sich an zivilgesellschaftlichen Diskussionen? Die aktuelle Studie "Digitale Teilhabe von Kindern und Jugendlichen" hat junge Menschen zu ihrer gesellschaftlichen Beteiligung im Netz befragt.

Nach eigener Einschätzung sind 9- bis 17-Jährige täglich im Durchschnitt 2,4 Stunden online – vor allem mit dem Smartphone. Je älter die Kinder und Jugendlichen sind, desto vielfältiger sind ihre Online-Aktivitäten. Das Nachrichteninteresse ist bei der Altersgruppe insgesamt gering ausgeprägt, steigt aber mit zunehmendem Alter. Es gilt vor allem den „Soft News“, also Nachrichten über Stars, Lifestyle-Berichte und lustige oder sonderbare Nachrichten, so die Studie.

69 Prozent der Befragten geben an, in der letzten Woche Fernsehnachrichten gesehen zu haben, gut 40 Prozent haben Nachrichten über soziale Netzwerke wahrgenommen, 28 Prozent im Radio. Im Schnitt haben sie zwei Nachrichtenquellen genutzt. Neben der konsumorientierten Nutzung wurden die Heranwachsenden auch nach zivilgesellschaftlichen Aktivitäten gefragt. Niedrigschwellige Formen der Partizipation wie das Bewerten und Liken (36 Prozent), Kommentieren (28 Prozent) oder Teilen (14 Prozent) einer Nachricht in sozialen Netzwerken spielen eine größere Rolle als Partizipationsformen, die mehr Eigeninitiative voraussetzen.

Die persönliche Kommunikation über aktuelle Nachrichten in der Peer-Gruppe (36 Prozent) ist die häufigste Partizipationsform. Ihr Wissen über Politik und das aktuelle Weltgeschehen schätzen die befragten Kinder und Jugendlichen tendenziell eher gering ein. Gleiches gilt für das Gefühl, Einfluss auf das politische Geschehen nehmen zu können. Diejenigen, die das Internet verstärkt zur Informationssuche nutzen und entsprechend auch häufiger mit Nachrichten in Kontakt kommen, haben eher den Eindruck, sich in der Politik auszukennen und auf politische Vorgänge Einfluss nehmen zu können.

Unterstützung wünschen sich die Kinder und Jugendlichen etwa bei der Unterscheidung von echten und falschen Nachrichten (22 Prozent), beim Teilen persönlicher Informationen im Internet (17 Prozent) oder dabei, anderen zu helfen, wenn sie mitbekommen, dass diese online belästigt werden (16 Prozent).

Weitere Informationen:
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