Ist das tabu?

Lesezeit: Minuten
Normativ-ethische Einstellung | Folgebewusstsein | Kommunikationsfähigkeit | ab 14 Jahren |
120 Minuten
Respektvolle Kommunikation im Netz
Respekt besitzt im jugendlichen Alltag eine große Relevanz. Die persönliche Auseinandersetzung mit respektvollem bzw. respektlosem Verhalten findet überall statt, ob zu Hause, in der Schule, im Gruppen-Chat oder in den sozialen Netzwerken.
In der Projektidee „Ist das tabu?“ setzen sich die Jugendlichen mit der Bedeutung von Respekt auseinander. Es werden Fragestellungen diskutiert, wie die Grundregeln von Respekt im analogen wie im digitalen Raum eingehalten werden können, was angemessene Kommunikation bedeutet und welche Äußerungen ausgeschlossen bzw. tabu sind.
Bild
Die Jugendlichen werden für eine respektvolle Kommunikation sowohl analog als auch digital sensibilisiert. Sie definieren individuell, was sie unter respektvoller Kommunikation verstehen und erarbeiten gemeinsam eine Tabu-Liste, die festlegt, welche Äußerungen in ihrem kommunikativen Alltag nicht erlaubt sind.
Die Jugendlichen
definieren und reflektieren ihr individuelles Verständnis von Respekt
reflektieren für sie wichtige Formen einer respektvollen Kommunikation
erarbeiten normativ-ethische Regeln für eine respektvolles Verhalten untereinander und im Netz
Die Jugendlichen
erarbeiten eine individuelle Werteübersicht für respektvolle Kommunikation
recherchieren positive und negative Äußerungen im Netz
erarbeiten eine „Tabu-Liste“ negativer Äußerungen als Leitfaden für eine respektvolle Kommunikation in Alltag und im Netz
Die Jugendlichen
diskutieren miteinander über Respekt und werden dabei mit konträren Meinungen konfrontiert
beobachten, reflektieren und besprechen auf konstruktive Weise Kommentare im Netz
Die Jugendlichen
reflektieren ihre individuelle Sichtweise zum Begriff Respekt und zu respektvoller Kommunikation
ziehen Rückschlüsse für ihr eigenes Kommunikationsverhalten
Projektverlauf

Mit einer Impulsetzung durch einen Song überlegen die Jugendlichen zunächst, was für sie Respekt bedeutet, wie sie ihn von anderen erwarten und anderen gegenüber zeigen. Danach erarbeiten sie individuell, welche Aspekte ihnen für eine respektvolle Kommunikation analog und digital wichtig sind. Im Anschluss recherchieren sie in ihren eigenen Netzwerken nach positiven und respektlosen Kommentaren und ordnen diese der erarbeiteten Übersicht zu. Basierend auf den negativen Kommentaren erstellen sie dann eine Tabu-Liste von Ausdrücken bzw. Statements, die sie als respektlos empfinden. Gemeinsam diskutieren sie, wieso diese Ausdrücke respektlos sind, z. B. da sie andere Menschen beleidigen, ausgrenzen bzw. diskriminieren.

Vorbereitung
Als Einstimmung in die Projektidee wird den Jugendlichen der Song „Knigge 2.0" von Ben Bohnert vorgespielt und parallel der Text ausgeteilt. Die Jugendlichen äußern ihre Meinung zum Song und berichten von eigenen Erfahrungen, die sie im Netz bereits gemacht haben. Anschließend halten sie textlich fest, welche Synonyme bzw. Assoziationen sie mit dem Wort Respekt verbinden.
Ergebnissicherung: allgemeine Begriffsklärung zu „Respekt“
Sozialform: Plenum
Die Jugendlichen reflektieren zunächst in Einzelarbeit, was sie in ihrem kommunikativen Alltag unter „Respekt“ verstehen. Unterstützend können folgende Fragestellungen helfen, die unter der übergeordneten Frage „respektvolle Kommunikation“ laufen:
1. In welcher Form erwarte ich mir gegenüber Respekt von den anderen?
2. Wie zeige ich anderen gegenüber Respekt?
3. Wann ist mir Respekt besonders wichtig?
4. Wann zeige ich besonders gut Respekt, wann gelingt mir das noch nicht so?
5. Zeige ich anderen den gleichen Respekt, wie ich ihn mir gegenüber auch erwarte?

Die Jugendlichen halten in Form einer Liste fest, welche Aspekte von Respekt und die damit verbundene Kommunikation ihnen am wichtigsten sind. Diese können z. B. sein: keine Schimpfwörter verwenden, freundliche Ausdrucksweise, sich in die Lage des anderen versetzen (Empathie), offen gegenüber anderer Meinung/Unbekanntem sein etc. Den Aspekten werden Punkte von 1-5 zugeordnet (1 weniger wichtig, 5 = sehr wichtig). So erhalten sie eine Art Bewertungsliste. Im Plenum werden diese individuellen Bewertungen vorgestellt und diskutiert.
Ergebnissicherung: Bewertungsliste
Sozialform: Einzelarbeit, Plenum
Die Jugendlichen recherchieren und sammeln in Gruppenarbeit in ihren sozialen Netzwerken exemplarisch nach positiven als auch negativen Kommentaren. Anschließend ordnen sie die recherchierten Kommentare ihrer individuellen Bewertungsliste zu. In diesem Prozess diskutieren sie darüber, welche Kommentare für sie „No Gos“ sind bzw. als abwertend und respektlos oder Beleidigungen, Beschimpfungen bzw. Diskriminierungen darstellen. Diese Kommentare sammeln sie auf einer gemeinsamen Tabu-Liste.
Ergebnissicherung: Tabu-Liste
Sozialform: Gruppenarbeit
Die Jugendlichen diskutieren darüber, wie sich die negativen Kommentare der Tabu-Liste in eine konstruktive Kritik umschreiben lassen. Sie reflektieren dadurch, dass unterschiedliche Meinungen bzw. Ansichten gemacht werden dürfen, jedoch in respektvoller Ausdrucksweise. Im Anschluss stellen sie aus ihrer individuellen Bewertungsliste eine Liste zusammen, die zeigt, welche Aspekte ihnen für eine respektvolle Kommunikation wichtig sind.
Ergebnissicherung: Bewertungsliste
Sozialform: Gruppendiskussion im Plenum
Projektfazit

Die erstellten Bewertungs- und Tabuliste kann für den allgemeinen Schulalltag aber auch als „Regelwerk“ für die Kommunikation in Chat-Gruppen oder in den sozialen Netzwerken genutzt werden.

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