Die Welt von Big Data

Heute werden in der digitalen Welt gigantische Mengen an unterschiedlichsten Daten gesammelt und automatisiert ausgewertet.
Für den einzelnen Internetnutzer ist es schier unmöglich, die große Menge an Daten und Verarbeitungsprozesse im Detail zu überblicken: Sie sind so groß und umfangreich, dass sie unter dem Schlagwort Big Data in aller Munde sind.
Bild
Woher kommen die Daten?
Die großen Datenmengen entstammen zum Beispiel den Nutzungsdaten aller Benutzer einer bestimmten App oder eines Onlinespiels, den Standortdaten der Kunden eines Mobilfunkanbieters, mobilen Fitnesstrackern, sozialen Netzwerken, Streaming-Diensten, öffentlichen Verzeichnissen, Treue-Punkte-Systemen von Supermärkten, Einkaufshistorien eines Onlinehändlers oder Sensordaten mobiler und vernetzter (Haushalts-) Geräte.

Kurz: Nahezu jede Aktion eines jeden Users im digitalen Raum ist mit der Erhebung von Daten verknüpft. Und da das rund um die Uhr geschieht, kommt innerhalb kürzester Zeit eine riesige Datenmenge zusammen.
Was wird mit den Daten gemacht?
Je nach Zielstellung werden dann Daten verschiedener Quellen zusammengeführt und analysiert, sodass daraus neue Informationen abgeleitet werden können. Aus den Massendaten kann man beispielsweise umfangreiche Studien zum Meinungsbild der Leute erheben, zu neuen Forschungserkenntnissen in der Medizin kommen oder Prognosen zum Kaufverhalten erstellen. Die Ergebnisse von Big Data-Analysen sind dann interessant für Hersteller, Dienstleister, Banken, Versicherungen, Arbeitgeber, Wissenschaftler oder auch für Ermittlungsbehörden, die sie für ihre eigene Arbeit nutzen.
Problematik Big Data
Aus Big Data kann schnell eine „Geldmaschine" werden – nämlich dann, wenn hinter der Sammlung von personenbezogenen Daten wirtschaftliche Interessen stehen und Daten wie Waren von Unternehmen eingekauft werden können. Wer die Daten dann in die Hände bekommt und was mit ihnen geschieht, haben die Nutzerinnen und Nutzer selbst nicht mehr in der Hand. Der Datenschutz soll einen solchen Missbrauch eigentlich verhindern. Angesichts Big Data steht dieser aber noch vor weiteren großen Herausforderungen:
Big Data widerspricht dem Grundsatz der Datensparsamkeit. Denn hier geht es darum, möglichst viele und vielfältige Daten zu sammeln und zu analysieren.
Der Datenschutz sieht vor, dass Daten nur für den ursprünglichen Zweck ihrer Erhebung verwendet werden dürfen. Doch Big Data hat zum Ziel, aus der Aufbereitung großer Datensätze möglichst neue Erkenntnisse zu gewinnen. Das passt nicht mehr zum Grundsatz der Zweckbindung.
Big Data macht es Personen noch schwerer, die Speicherung und Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten im Blick und unter Kontrolle zu behalten. Das erschwert den souveränen Umgang mit den eigenen Daten und die Wahrnehmung eigener Rechte.
Unter Umständen entstehen bei Big Data-Analysen aus eigentlich nicht sensiblen Einzelinformationen sensible Gesamtinformationen, weil beispielsweise Muster zu erkennen sind, die Informationen über den Gesundheitszustand eines Menschen preisgeben.
Selbst wenn für die Analyse Daten anonymisiert werden, besteht bei Big Data das Risiko, dass die Kombination von Daten aus verschiedenen Quellen eine Person wieder erkennbar werden lässt.
Internetnutzer können sich der Datenerhebung nur schwer entziehen. Mit Wissen und Kompetenzen können sie aber lernen, souverän und selbstbestimmt mit ihren Daten umzugehen und zu kontrollieren, welche Informationen sie im Internet preisgeben. Besonders Kinder und Jugendliche sollten frühzeitig für dieses Thema sensibilisiert werden.