Familie und Medien

Familie und Medien 13.08.2018
Teilen:

Kinder-Medien-Studie 2018: Kein Unterschied zwischen analog und digital

Kinder in Deutschland gehen mit der Vielzahl an Freizeitangeboten smart um: Sie entscheiden sich nicht mehr zwischen digitalen und analogen Aktivitäten – sondern wollen sowohl draußen spielen als auch digital unterwegs sein, so die aktuelle Kinder-Medien-Studie 2018, für die 3300 Kinder im Alter von vier bis 13 Jahren zu ihrem Medien-Konsum interviewt wurden.

Kinder verfügen über eine gute Balance zwischen der analogen und digitalen Beschäftigung und halten sich bei der Freizeitgestaltung beide Welten offen. So haben Freizeitaktivitäten wie „mit Freunden zusammen sein“ (89 Prozent) oder „im Freien spielen“ (81 Prozent) im Durchschnitt über alle Altersklassen hinweg eine hohe Bedeutung, so die Studie. Gleichzeitig wird das digitale Spielerlebnis auf Tablet, Smartphone oder Computer (mindestens mehrmals pro Woche) mit zunehmendem Alter immer relevanter (71 Prozent der 13-Jährigen gegenüber 7 Prozent bei den Vierjährigen).

84 Prozent aller befragten Kinder geben an, Magazine aufzubewahren, um immer wieder in ihnen lesen zu können. Gleichzeitig entwickelt sich das Online-Interesse der Kinder: Mit zunehmendem Alter werden auch die Kinderzimmer zunehmend digitaler, Hard- und Software ergänzen die Ausstattung und ab 13 Jahren ersetzen elektronische Endgeräte eine Vielzahl an traditionellem Spielzeug: So besitzen 92 Prozent der 13-jährigen Mädchen und Jungen bereits ein Smartphone, 55 Prozent einen Computer und 26 Prozent ein Tablet.

Die Digital Natives wissen genau, was sie in der Online-Welt erwartet und kennen die Kehrseite des Internets. So ist es laut Aussagen der Kinder einerseits „das coolste Medium, das es gibt. Es kennt alle Geheimnisse, weiß Antwort auf jede Frage und stellt alle Musik der Welt bereit.“ Auch ist das Internet für die Kinder „wie ein Buch, wo alles drinsteht, nur dass es eben auf einem Bildschirm ist“. Gleichzeitig sind sie sich um die Gefahr, „immer unselbstständiger zu werden“ oder des Zeitraubs bewusst, denn der „Papa sitzt stundenlang drin und redet nicht mit uns“. Dann beurteilen Kinder das Internet als „doof“ und „schlecht für die Menschen“.

WhatsApp statt Anruf? Nicht bei der Generation Smartphone. Gleichwohl die App für die älteren Kinder von zehn bis 13 Jahren von hoher Relevanz ist (74 Prozent), nutzen 97 Prozent der Kinder ihre Kommunikationskanäle mindestens ab und zu zum Telefonieren und damit stärker als die Textnachricht (90 Prozent). Bei den Sechs- bis Neunjährigen ist die Differenz noch deutlich ausgeprägter: Während 88 Prozent mindestens ab und zu telefonieren, schreiben lediglich 42 Prozent Textnachrichten.

Lieber schreiben die Jüngeren sogar noch Postkarten oder Briefe (43 Prozent). Danach erst folgen Sprachnachrichten (20 Prozent) und das Posten von Bildern oder Status (16 Prozent). Die älteren Kinder dagegen bleiben allen Kommunikationsformen gegenüber offen, senden fast genauso gerne Sprachnachrichten wie sie Bilder teilen oder ihren Status posten (70 Prozent und 65 Prozent) und nehmen auch weiterhin noch gerne den Stift in die Hand, um Grüße per Post zu verschicken (49 Prozent).

Teilen: