Hintergrund

Tagtäglich wächst die Zahl der Apps, sozialen Netzwerke und digitalen Helferlein wie beispielsweise Kartendienst, Navigations- oder Einkaufshilfen – und mit ihrer Nutzung auch die Menge an Daten, die gesammelt, gespeichert, verarbeitet und weitergegeben werden.
Viele Menschen nutzen digitale Medien und Geräte inzwischen ganz selbstverständlich. Kinder und Jugendliche wachsen mit ihnen auf und können sich ein Leben ohne schon gar nicht mehr vorstellen. Doch gerade für junge Menschen ist es nicht leicht zu überblicken, wo in der täglichen Nutzung Daten erzeugt werden und was mit diesen tatsächlich geschieht.
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Die Informationen, die jemand im Internet oder bei der Nutzung von Apps bewusst angibt, sind in der Regel nur ein Bruchteil dessen, was tatsächlich an Daten erzeugt und weiterverarbeitet wird. Denn der eigentliche „Datenfluss“ läuft zu einem großen Teil auch im Verborgenen ab, wie das folgende Beispiel vom Posten eines Fotos zeigt.
Was verrät ein Foto?
Ein digitales Foto, das mit dem Smartphone fotografiert und in einem sozialen Netzwerk gepostet wird, liefert unter Umständen einen ganzen Datensatz an Informationen:
wann die Fotodatei erstellt und verändert wurde.
mit welcher Kamera/mit welchem Gerät das Foto fotografiert wurde (Hersteller und Modell).
wo das Foto aufgenommen wurde (Geotagging).
wo die Datei lokal gespeichert ist.
wer das Foto gepostet hat.
von wem es im sozialen Netzwerk angesehen oder angeklickt wurde.
wem das Foto gefällt, wer es kommentiert und geteilt hat.
welche weiteren Interaktionen darauf folgten.
wer auf dem Foto abgebildet ist (Markierung).
direkt mit einem Nutzer oder einer Nutzerin verknüpft sein.
einer bestimmten Person zugeordnet werden.
in Verbindung zu anderen Nutzerinnen und Nutzern gesetzt werden.
unsichtbare Spuren im Netz hinterlassen. (Interessen, Wohnort etc.)
Wer also ein Foto postet, gibt damit weit mehr über sich preis, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Und da ein Großteil dieser Daten gespeichert wird, werden auf diese Weise nicht nur sichtbare, sondern auch unsichtbare Spuren im Netz hinterlassen.
Daten sind besonders wertvoll
Dienstleistungen sind nie kostenfrei – auch die digitale Welt bildet hier keine Ausnahme. Viele Onlinedienste erscheinen auf den ersten Blick umsonst, weil man kein Geld dafür zahlen muss. Man kann sie aber meist nur im Austausch mit einer besonders wertvollen „Währung“ nutzen: unseren personenbezogenen Daten.

Personenbezogene Daten liefern Informationen über Interessen, Netzwerke, Gewohnheiten und Verhaltensmuster von Nutzerinnen und Nutzern. Diese Informationen sind für viele verschiedene Akteure – Betreiber von Onlinediensten, Werbekunden oder Behörden – von großem Interesse und nicht selten sogar die Geschäftsgrundlage für Anbieter digitaler Inhalte und Anwendungen. Die Einwilligung zur Erhebung, Nutzung und Übertragung von solchen personenbezogenen Daten erteilt man häufig bereits durch die Nutzung von Apps bzw. Onlinediensten.