Das große Palaver

Kommunikationsfähigkeit| 12-15 Jahre | 90 Min.
Bricolage de luxe
Das französische „Bricolage“ bedeutet wörtlich „Bastelei“, womit jedoch nicht nur das handwerkliche Basteln gemeint ist, sondern auch der spielerische Umgang mit Wörtern und Sprache. Jugendliche sind oft wahre Meister in diesem Spiel, was sich in den vielen originellen Varianten der Jugendsprache und der Netzkommunikation widerspiegelt.
Entlang ihrer eigenen Erlebniswelt erforschen Kinder und Jugendlichen die identitätsbildenden Elemente von Alltagssprache und die Unterschiede zur Standardsprache. Sie beschäftigen sich mit Funktionen und Veränderungen von Sprache sowie mit ihrer Bedeutung in den sozialen Medien. Ihre eigene Umgangssprache halten sie in einer Bricolage, einer Tagcloud, fest.
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Projektverlauf
Im Zentrum dieses Projektes steht die eigene Sprache der Kinder und Jugendlichen, sodass die Arbeitsaufträge in einem funktionalen Zusammenhang stehen, der für sie sinnvoll erfahrbar ist und ihrer Lebenswelt entspringt.

Ein Video, in dem Experten mit unterschiedlichen Standpunkten das Thema Jugendsprache diskutieren, dient als Einstieg in das Thema. Um die Expertenmeinungen nachzuvollziehen, reflektieren die Kinder und Jugendlichen zunächst die Argumentation in einem eigenen Streitgespräch. Sie vertiefen dann die Diskussion, indem sie sich mit ihrer eigenen Sprache und deren Besonderheiten auseinandersetzen und diese in Form einer Tagcloud dokumentieren und visualisieren. Auf Grundlage dieser Tagcloud gehen die Kinder und Jugendlichen schließlich der Frage nach, welche Bedeutung Sprache in den sozialen Medien hat und mit welchen Hilfsmitteln man diese Sprache untersuchen kann.
Die Kinder und Jugendlichen erkennen, dass man Sprache als Ausdrucksformen untersuchen kann. Sie lernen, Positionen zu entwickeln und eine Beurteilungskompetenz zum Einsatz von Sprache aufzubauen. Sie lernen neue Werkzeuge zur Sichtbarmachung der eigenen Lernprozesse kennen.
Die Kinder und Jugendlichen
unterscheiden zwischen Alltags- und Standardsprache.
berücksichtigen verschiedene Adressaten in ihrer eigenen Rede.
nutzen Gestaltungsmöglichkeiten wie das Erarbeiten von Tagclouds am Computer.
sind in der Lage, die Regeln sozialer Kommunikation kritisch zu beurteilen.
Die Kinder und Jugendlichen
lernen situations- und adressatengerechte Darstellungen auszuwählen.
lernen Thesen zu formulieren und diese zu beforschen.
Die Kinder und Jugendlichen
erarbeiten Pro und Kontra - Argumente und schärfen so ihre Argumentationskompetenz, die sie in der abschließenden Diskussion einbringen.
trainieren ihre kooperativen Kompetenzen durch die gemeinsame Arbeit am Computer.
lernen und üben, sich mit anderen zu vernetzen.
Die Kinder und Jugendlichen
erarbeiten sich selbständig Lösungsstrategien, um Problemstellung systematisch zu erforschen.
verstehen sprachliche Handlungen, können sie reflektieren und bewusst ausführen.
Teilen Sie die Lerngruppe in 2 Gruppen und bestimmen Sie 2 Moderatoren.

Zum Einstieg in das Thema Jugendsprache sehen sich die beiden Gruppen das Videos „Lass ma`talken, Digga“ an. Die eine Gruppe notiert sich die Argumente der Sprachschützer, die andere die Argumente der Befürworter der Sprachveränderung.

Lassen Sie im Anschluss an den Film die beiden Gruppen miteinander diskutieren und die Diskussion von den beiden Moderatoren leiten.

Die Moderatoren halten die Ergebnisse mit einem Flipchart fest.
Ergebnissicherung: Streitgespräch; Flipchart
Sozialform: Gruppenarbeit
Nach der Erarbeitung erster Fragestellungen und Positionen zum Thema „Jugendsprache“ vertiefen die Kinder und Jugendlichen ihre Kenntnisse durch den Vergleich mit ihrer eigenen Sprache.

Sie sammeln ihre eigenen Abkürzungen, Akronyme und Wortbasteleien und legen diese als Tags in einer Cloud an.
Sie erstellen zusätzlich eine Liste der Wörter, die sie am meisten gebrauchen (Hitlist).

Anschließend präsentieren die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse.
Ergebnissicherung: Übung mit Mindmappingtool
Sozialform: Gruppenarbeit
In der dritten Phase überprüfen die Kinder und Jugendlichen die Verbreitung ihrer eigenen Wörter (Hitlist) in den sozialen Medien.

Mit Hilfe eines Hashtag-Trackers erfassen Sie, welche Hashtags am verbreitesten sind und wie sie genutzt werden.

Sie formulieren in der Diskussion ihre Beobachtungen.

Anschließend verschicken sie selbst mit einem gemeinsam festgelegten Hashtag Nachrichten und analysieren die Verbreitung.
Ergebnissicherung:Flipchart, Hashtag-Trackingtool
Sozialform: Gespräch in der Gruppe
Dieses Projekt ist ein Beispiel für das kollaborative Arbeiten mit digitalen Medien. Das Vorgehen als auch der Einsatz der Arbeitsmittel ist auf andere Themengebiete und Inhalte problemlos übertragbar.