(Nicht) ohne mein Handy!?

Offenheit für Veränderungen und Kommunikationsfähigkeit | 13-15 Jahre | 1 Woche
Endlich wieder Zeit
Musikplayer, Spielkonsole, Kommunikationsgerät: Handys sind der ständige Begleiter im Alltag von Jugendlichen. Immer wissen, was abgeht, auf jede Nachricht antworten, den News-Feed hoch und runter. Die Taktung ist schnell. Und überall ist man dabei. Macht das noch Spaß oder ist das schon Stress?
In der Projektidee reflektieren die Jugendlichen ihre Handynutzung im Alltag. Über einen Zeitraum von einer Woche führen die Jugendlichen ein Tagebuch oder Blog, in dem sie festhalten, wann Sie das Handy nutzen und wofür. Mithilfe des Tagebuchs wird sichtbar, welche Rolle und auch welche Aufmerksamkeit die digitale Kommunikation im Alltag einnimmt. Im Anschluss beginnen die Jugendlichen im Rahmen einer Woche mit einem schrittweisen Verzicht auf das Handy.
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Ziel ist es, Jugendliche dafür zu sensibilisieren, wie die Handynutzung ihren Alltag beeinflusst. In der Reflexionsphase überlegen sie, wie genau das Handy bei ihren individuellen Alltagsaufgaben und -abläufen mit dabei ist. Damit einher geht die Reflektion und im weiteren Schritt die Erprobung, was es bedeutet auf das Handy zu verzichten. Anhand dieser Reflexion und der gemachten Erfahrung können andere Sichtweisen auf den eigenen Alltag, auf die Kommunikation mit digitalen Medien auf den Wert von zum Beispiel Zuhören, persönlichen Gesprächen, Geheimnissen etc. entstehen.
Die Jugendlichen
reflektieren ihre eigene Handynutzung im Alltag
erfassen Art und Zeitumfang der Handynutzung bezogen auf ihre Alltagsgewohnheiten
Die Jugendlichen
protokollieren und bewerten ihre alltägliche Handynutzung
überlegen und besprechen ihre Hobbys / Aktivitäten / Tätigkeiten
realisieren einen schrittweisen Verzicht auf das Handy
halten ihre Erfahrungen des Handyverzichts fest
Die Jugendlichen
erarbeiten in Gruppenarbeit den Verzicht der Handynutzung und ggfls. Regeln hierfür
führen das einwöchige Handyfasten gemeinsam in der Gruppe durch
finden während des Handyverzichts andere Kommunikationsformen
motivieren sich gegenseitig
tauschen sich über gemachte Erfahrungen aus
Die Jugendlichen
reflektieren ihren individuellen Handyalltag
dokumentieren und bewerten die Ergebnisse des Handyverzichts auf ihren persönlichen Alltag
ziehen Rückschlüsse aus den gemachten Erfahrungen und nehmen ggfls. neue Wertungen vor
werden sich anderer persönlicher Hobbys/Aktivitäten bewusst
Projektverlauf
Mit Beginn wird in der Klasse geklärt, ob alle Jugendlichen bereit sind, sich am Projekt "Handyfasten" zu beteiligen und ihre persönlichen Nutzungsgewohnheiten des Handys in Form eines Tagebuchs offen in der Klasse zu besprechen. Außerdem wird vereinbart, wie lange das Handyfasten erfolgen soll. Es ist ratsam, das Fasten über mehrere Tage (ideal 1 Woche) mit einer schrittweisen Reduzierung der Handynutzung durchzuführen. Wichtig ist, dass alle Teilnehmenden mit dem Zeitraum einverstanden sind.

In der ersten Phase des Projekts reflektieren die Jugendlichen zunächst ihre Handy-Nutzungsgewohnheiten. Dazu führen sie eine Art Tagebuch, in das sie regelmäßig eintragen, wann, zu welchen Gelegenheiten, wie oft und warum sie es verwenden. Außerdem halten sie in dem Tagebuch fest, welche Tätigkeiten, Hobbys, Aktivitäten sie neben der Handynutzung gerne tun.

Im weiteren Verlauf beginnt die vereinbarte „Fastenzeit“ mit einer schrittweisen Reduzierung der Handynutzung. Am Ende der Fastenwoche sollte jeder Jugendliche mindestens zwei Tage ohne jegliche Handynutzung ausgekommen sein.
Jeder Teilnehmer führt eine Woche lang ein Tagebuch, in dem er festhält, wann, wie lange und wofür er das Handy in seinen alltäglichen Abläufen verwendet. Außerdem notiert jeder seine Lieblingshobbys bzw. -tätigkeiten.
Ergebnissicherung: Handytagebuch
Sozialform: Einzelarbeit
Die Jugendlichen bringen ihr Handytagebuch mit in die Klasse. In Gruppenarbeit besprechen sie ihre Notizen, clustern diese und werten hiernach gemeinsam aus.
Danach überlegen sich die Jugendlichen gemeinsam, wie im Folgenden die regelmäßige Handynutzung schrittweise reduziert werden kann.

Hinweis: Der schrittweise Verzicht kann als Erleichterung und zur Klarheit in drei Stufen in Form eines Farbsystems erfolgen: grün = leichter Verzicht; gelb = mittelschwer; rot = schwer. Die Ergebnisse dazu halten die Jugendlichen im Handytagebuch fest.
Ergebnissicherung: Tagebuch
Sozialform: Gruppenarbeit
Die Jugendlichen führen das Handyfasten vor dem Hintergrund ihrer Auswertungen durch. Parallel dazu halten die Jugendlichen nun das Handyfasten weiter im Tagebuch fest, z. B. wann/in welchen Zeiträumen ihnen das Verzichten gelungen ist, welche Aktivitäten sie in bestimmten Zeiten durchgeführt haben. Außerdem notieren sie ihre Empfindungen und Beobachtungen, die sie beim Fasten festgestellt haben.
Ergebnissicherung: Tagebuch
Sozialform: Einzelarbeit
Nach Beendigung des Handyfastens schreiben die Jugendlichen eine kurze Auswertung ihres Tagebuchs. Diese können sie mithilfe folgender Beispielfragen erstellen:

- Fiel dir der Verzicht schwer?
- Welcher Verzicht fiel dir am schwersten?
- Was hast du vermisst?
- Hast du positive Veränderungen festgestellt (mehr Zeit für andere Dinge, neue oder alte Hobbys entdeckt, mehr persönliche Gespräche geführt)?
- Glaubst du, dass du deine Handynutzung ab jetzt reduzieren wirst?

Die Auswertung besprechen die Jugendlichen gemeinsam in der Lerngruppe.
Ergebnissicherung: Ergebnisblatt „Handyfasten“
Sozialform: Einzelblatt/Gruppenarbeit
Projektfazit
Das Projekt „Handyfasten“ kann auch für einen kürzeren oder längeren Zeitraum durchgeführt werden. Es ist ebenfalls möglich, die Idee des „Fastens“ auf andere Medien, z. B. Fernsehen zu übertragen.