Hintergrund

In nahezu allen Familien kommt früher oder später die Frage auf, ob die Kinder ein eigenes Handy oder Smartphone bekommen sollen. Und immer häufiger wird diese Frage mit Ja beantwortet.
Fast die Hälfte der 6- bis 13-Jährigen – genauer: 47 Prozent dieser Altersgruppe – besitzt nach Angaben der KIM-Studie 2014 bereits ein Handy beziehungsweise Smartphone. Insgesamt hat schon jedes vierte Kind ein Smartphone (Quelle: KidsVerbraucherAnalyse 2014). Und in praktisch allen Haushalten (98 Prozent) gibt es eines. Deshalb ist der Anteil derjenigen Kinder und Jugendlichen, die ein Smartphone nutzen, deutlich höher. Bei den 10- bis 11-Jährigen sind es laut der Bitkom-Studie „Kinder und Jugend 3.0“ 57 Prozent, bei den 12- bis 13-Jährigen sogar 85 Prozent, die ein Smartphone nutzen.
Verbreitung von Handys
Rund 47 Prozent aller 6- bis 13-Jährigen Kinder und Jugendlichen besitzen ein Handy. Ein Smartphone haben immerhin schon 25 Prozent.
Multimediale Alleskönner
Die frühe Mediennutzung mit dem Smartphone wirft für Eltern und pädagogische Fachkräfte ganz spezielle Fragestellungen auf, denn die Geräte werden längst nicht nur zum Telefonieren genutzt. Sie bieten Zugang zum Internet und zu verschiedenen Kanälen für die Kommunikation, sie haben Foto- und Videokameras, sind Speichermedium und auch Quelle für Daten, fungieren als Abspielgerät für Musik und es lassen sich unzählige Anwendungen (Apps) und Spiele darauf ausführen. Deshalb sind bei der Nutzung ganz verschiedene Aspekte von Bedeutung, wie zum Beispiel Medienkompetenz, IT-Sicherheit und Datenschutz, Umgang mit Werbung, Nutzungszeiten, Jugendschutz, Persönlichkeitsrechte, Auswahl geeigneter Inhalte etc.
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Herausforderungen für Eltern und Fachkräfte
Insbesondere Eltern befinden sich deshalb häufig in einer Zwickmühle. Einerseits ist es durchaus ihr Wunsch, dass ihre Kinder per Handy erreichbar sind und die Möglichkeit haben, ihrerseits die Eltern zu erreichen. Andererseits sehen viele Eltern die Nutzung des Smartphones kritisch und sind verunsichert angesichts der möglichen Risiken. Zudem ist es für sie schwieriger, die Nutzung und den Medienkonsum der Kinder zu kontrollieren, da die Kinder die mobilen Geräte häufig schon selbstständig nutzen und oft auch über einen mobilen Internetzugang verfügen. Angemessene Regeln aufzustellen und diese auch durchzusetzen, fällt daher vielen Familien nicht leicht.

Auch pädagogische Fachkräfte sehen sich mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, wenn Kinder und Jugendliche ihre Handys und Smartphones mit in die Bildungseinrichtung mitbringen. Die Geräte können im Unterricht schnell zum Störfaktor werden und Bildungseinrichtungen brauchen Strategien, um mit Phänomenen wie Cybermobbing oder dem Konsum von ungeeigneten Inhalten angemessen umzugehen. Auf der anderen Seite bieten die Geräte jedoch auch viel Potenzial für die Nutzung digitaler Angebote im Unterricht, wobei jedoch Fragen des Datenschutzes und der IT-Sicherheit zu beachten sind und entsprechende didaktische Ansätze entwickelt werden müssen.
Begleitung der frühen Mediennutzung
Kinder und Jugendliche nutzen die gesamte Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten ihres Smartphones oder Handys. Für den Austausch von Nachrichten werden immer öfter Messenger-Apps genutzt, mit denen Nachrichten kostenlos übers Internet verschickt werden können.
Es ist wichtig, dass Eltern und pädagogische Fachkräfte die frühe Mediennutzung aufmerksam und kompetent begleiten und den Kindern und Jugendlichen dabei helfen, ihr Handy bzw. Smartphone souverän und kompetent zu nutzen und etwaige Gefahren oder Risiken zu erkennen.