Rollenwechsel: Wenn Kinder Eltern etwas zeigen
„Schau mal, wie das geht!“ Ein Kind zeigt seinen Eltern einen Trick im Spiel, erklärt eine neue App oder weiß längst, wie man mit einem bestimmten Programm ein Video erstellt.
Digitale Medien verändern damit auch eine vertraute Rollenverteilung: Nicht immer sind die Erwachsenen diejenigen, die etwas erklären. Kinder bringen eigenes Wissen und eigene Erfahrungen mit und können zu digitalen Wegweisern für ihre Eltern werden.
Das kann mehr sein als eine praktische Hilfe. Wer seinem Kind aufmerksam zuhört und sich etwas zeigen lässt, signalisiert: „Dein Wissen ist wichtig." Gleichzeitig bekommen Eltern einen unmittelbaren Einblick in die digitale Lebenswelt ihres Kindes.
Das kann gerade dann hilfreich sein, wenn Eltern bei neuen Apps, Spielen oder Trends nicht genau wissen, was ihre Kinder daran fasziniert. Statt erst einmal nach Risiken zu suchen, kann eine einfache Frage ein guter Einstieg sein: „Zeigst du mir, was dir daran gefällt?“
Auch die aktuelle Forschung zur Medienerziehung zeigt, dass die Vorstellungen von Eltern, Jugendlichen und Lehrkräften über eine gute Mediennutzung nicht immer übereinstimmen. Eine 2026 veröffentlichte Studie aus Deutschland hat diese unterschiedlichen Perspektiven miteinander verglichen.
Medienkompetenz muss deshalb nicht immer von oben nach unten vermittelt werden. Manchmal funktioniert sie auch andersherum: Kinder erklären, Eltern fragen nach und beide lernen etwas Neues.
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