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Familie und Medien

Lesezeit: Minuten
Familie und Medien 14.06.2017

Mehr digitale Fürsorge für Kinder und Jugendliche

Die Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung stehen außer Frage. Doch die Digitalisierung ist nicht ohne Risiko, zumindest dann, wenn der Medienkonsum außer Kontrolle gerät.

Welche gesundheitlichen Risiken mit einem übermäßigen Medienkonsum einhergehen können, zeigt die aktuelle BLIKK-Medienstudie, für die 5.573 Eltern und deren Kinder zum Umgang mit digitalen Medien befragt wurden. Laut Studie benutzen heute 70 Prozent der Kinder im Kita-Alter das Smartphone ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde täglich. Die gesundheitlichen Störungen bei übermäßiger Nutzung reichen laut Studie von Fütter- und Einschlafstörungen bei Babys über Sprachentwicklungsstörungen bei Kleinkindern bis zu Konzentrationsstörungen im Grundschulalter.

Weiterhin zeigt die Studie einen Zusammenhang zwischen der intensiven Mediennutzung und Entwicklungsstörungen von Kindern auf. Bei Kindern bis zum 6. Lebensjahr finden sich vermehrt Sprachentwicklungsstörungen sowie motorisch Hyperaktivität. Wird eine digitale Medienkompetenz nicht frühzeitig erlernt, besteht ein erhöhtes Risiko, den Umgang mit den digitalen Medien nicht kontrollieren zu können.

„Diese Studie ist ein absolutes Novum", kommentiert Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung. "Sie zeigt, welche gesundheitlichen Folgen Kinder erleiden können, wenn sie im digitalen Kosmos in der Entwicklung eigener Medienkompetenz allein gelassen werden, ohne die Hilfe von Eltern, Pädagogen sowie Kinder- und Jugendärzten. Für mich ist ganz klar: Wir müssen die gesundheitlichen Risiken der Digitalisierung ernst nehmen! Es ist dringend notwendig, Eltern beim Thema Mediennutzung Orientierung zu geben."

So erfordert der Umgang mit dem ersten eigenen Handy gerade bei jüngeren Kindern unbedingt Begleitung und Unterstützung durch erwachsene Personen. Dabei ist es vor allem wichtig, dass Kinder verantwortungsvoll mit dem Handy umgehen lernen. Eine Handy-Vereinbarung kann hier beispielsweise ein erster Schritt sein. Weitere Tipps zum sicheren und kompetenten Umgang mit dem Smartphone zeigt das Teachtoday-Themendossier Das erste eigene Handy.

Weitere Informationen:
Ergebnisse der BLIKK Studie 2017
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