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Wissenschaft aktuell

Lesezeit: Minuten
Wissenschaft aktuell 25.02.2021

Studie: Trägt YouTube zur Desinformation bei?

Wie funktionieren Empfehlungen bei YouTube in Krisenzeiten? Werden bei Themen wie „Covid-19-Pandemie“, „Klimawandel“ oder „Flüchtlinge“ desinformierende Videos empfohlen oder ermöglichen die Empfehlungen vertiefend informierte Meinungsbildung?

Diese Fragen untersucht die aktuelle Studie „Empfehlungen in Krisenzeiten – Welche Inhalte machen die Empfehlungsalgorithmen von YouTube sichtbar?“. Anhand von systematischen Videoaufrufen wurde im Rahmen der Studie erforscht, inwieweit die nicht personalisierten Empfehlungen von YouTube dazu beitragen, dass Nutzer und Nutzerinnen auf Quellen und Informationen hingewiesen werden, die journalistische Sorgfaltspflichten einhalten und von wissenschaftlichem Konsens unterstützt werden.

Der YouTube-Empfehlungsalgorithmus ist kein Desinformations-Katalysator, so die Studie. Lediglich sechs Prozent der empfohlenen Inhalte, die untersucht wurden, stammen aus potenziell desinformierenden Kanälen“, so mabb-Direktorin Dr. Anja Zimmer. „Gleichzeitig deutet unsere Studie darauf hin, dass der Algorithmus selten Nischenangebote oder Themen vertiefende Inhalte empfiehlt. Etablierte Medienanbieter werden überdurchschnittlich oft sichtbar gemacht."

Zentrale Ergebnisse der Studie: YouTube-Empfehlungsalgorithmus präsentiert kaum desinformierende Inhalte. Bei den kontrovers diskutierten Themen „Covid-19“, „Klimawandel“ und „Flüchtlinge“ als Startpunkt der Untersuchung wurden nur sechs Prozent der Videos, die der Algorithmus anschließend empfohlen hat, als potenziell desinformierend eingestuft.

Themenvertiefung wird selten empfohlen. Gleichzeitig enthielten nur insgesamt elf Prozent der erfassten Empfehlungen Videos zu den als Startpunkt gewählten Themen „Covid-19“, „Klimawandel“ und „Flüchtlinge“.

YouTube-Algorithmus setzt auf eine begrenzte Palette populärer Kanäle. 69 Prozent aller erfassten Empfehlungen bewerben Videos von nur 61 Kanälen. Diese umfassen viele öffentlich-rechtliche und etablierte private Medienanbieter. Auf Nischenprogramme und Inhalte weniger bekannter Anbieter wird sehr selten hingewiesen.

Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 90 Startvideos und Suchbegriffe zu den Themen „Covid-19-Pandemie“, „Klimawandel“ und „Flüchtlingsbewegungen“ festgelegt. Um die Sichtbarkeit desinformativer Videos bestimmen zu können, waren ein Drittel der Startpunkte Videos mit desinformierenden Inhalten.

Weitere Informationen:
Zu den Studien-Ergebnissen
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