Konsum im Kinderzimmer

Schöpferische Fähigkeit und Teamfähigkeit | ab 10 Jahren | 180 Minuten
Was braucht ein Kind zum Glücklichsein?
Der Wunsch nach Konsumgütern zeigt sich schon im Kindesalter, viele Kinder wachsen in einem Überfluss an Spielzeug auf. In der vorliegenden Projektidee reflektieren Kinder anhand von geeigneten Fallbeispielen ihr eigenes Konsumverhalten. Sie erproben Möglichkeiten, durch Upcycling aus nicht mehr genutzten Gegenständen Spielzeug herzustellen.
Ausgehend von einem Fragebogen reflektieren die Kinder ihre eigenen Konsumgewohnheiten. Sie befassen sich mit dem Schicksal von Kindern aus Entwicklungsländern, die sich Spielzeug aus Müll bauen. Die Kinder erproben selbst verschiedene Möglichkeiten, wie aus nicht mehr genutzten Dingen Spielzeug hergestellt werden kann. Ziel ist es, die Kinder für einen bewussteren Umgang mit Konsumgütern zu sensibilisieren.
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Ziel dieses Projekts „Konsum im Kinderzimmer – Was braucht ein Kind zum Glücklichsein?“ ist es, dass die Kinder ihr eigenes Konsumverhalten überdenken und für nachhaltigen Konsum sensibilisiert werden. Durch die Recherche über das Schicksal von Kindern in Entwicklungsländern und ihre begrenzten Möglichkeiten, Spielzeug zu besitzen, sollen die Kinder erfahren, dass weniger oft mehr sein kann.
Die Kinder
filtern die wesentlichen Informationen aus Texten heraus und erfassen sie.
stellen einzelne Sachverhalte verständlich dar.
analysieren Ausprägungen von Kinderarmut.
Die Kinder
nutzen aktiv digitale Medien zur Informationsbeschaffung.
erstellen selbst gebastelte Produkte und verkaufen diese für einen Spendenerlös.
fertigen Videos mit Hilfe digitaler Medien an.
Die Kinder
sind empathisch und versetzen sich in die Lage anderer Kinder, die unter Armut leiden.
engagieren sich für Kinder in Not.
Die Kinder
überdenken ihr eigenes Konsumverhalten.
reflektieren für sich selbst, ob es nötig ist, immer das aktuelle und neueste Spielzeug zu besitzen.
stellen fest, dass nicht mehr genutzte Gegenstände oder kaputtes Spielzeug durch Upcyling wieder verwertbar sind.
erkennen, dass auch ihr Konsumverhalten moralischen und sozialen Maßstäben genügen muss.
Projektverlauf
Ausgehend von einem Fragebogen, der an der eigenen Erfahrungswelt, den Konsumgewohnheiten und Wünschen der Kinder ansetzt, erlangen sie Einblick in Lebenswirklichkeiten von Kindern aus Entwicklungsländern, die von Armut betroffen sind: Aus ihrer Not heraus bauen sich die Kinder ihr Spielzeug selbst – aus nicht mehr brauchbaren Dingen oder zusammengesuchtem Müll. Anhand dieser Einblicke erproben die Kinder selbst Möglichkeiten, wie durch Upcycling aus nicht mehr genutzten Gegenständen Kinderspielzeug hergestellt werden kann. Die fertigen Produkte werden ausgestellt und verkauft, der Erlös wird für eine Kinderhilfsorganisation gespendet. Letztlich folgt eine Reflexionsphase, um zu eruieren, inwieweit das Projekt zu einem Umdenken hinsichtlich des eigenen und künftigen Konsumverhaltens geführt hat.
Die Kinder erhalten einen Fragebogen, den sie ausfüllen. Die Projektleitung kann diesen selbst erstellen und gezielte Fragen einbauen. Mögliche Bestandteile des Fragebogens können sein:
– Wenn ich in der Werbung ein tolles Spielzeug sehe, muss ich das unbedingt haben.
– Ich will immer das neuste Spielzeug bekommen.
– Besonders mag ich Spielzeug, das zu meinen Lieblingsbüchern, -serien oder -filmen passt.
– Ich möchte immer das Spielzeug besitzen, was andere auch haben.
– Ich besitze nur Spielsachen, mit denen ich wirklich spiele.
– Ich habe schon einmal Spielzeug verschenkt, das ich nicht mehr benutzt habe.
– Ich kann mir vorstellen, dass es Kinder auf der Welt gibt, die weniger zum Spielen haben, als ich.
– Kaputtes Spielzeug schmeiße ich nicht weg, sondern repariere es.


Die Kinder reflektieren durch das Ausfüllen des Fragebogens ihre eigenen Erfahrungen und Einstellungen zum Thema. Im Anschluss werden die Ergebnisse der Erhebung durch ein Schaubild visualisiert und besprochen.
Ergebnissicherung: Fragebogen/Schaubild
Sozialform: Einzelarbeit/Plenum
Die Kinder erarbeiten in Gruppen die Lebensumstände von Kindern aus Entwicklungsländern (vgl. Linkliste). In Textform wird ihnen dargeboten, dass nicht alle Kinder in einem Überfluss an Konsumgütern aufwachsen, sondern ihr Spielzeug aus Müll bauen. Die Kinder versetzen sich empathisch in die Situation und verfassen einen Tagebucheintrag, der die Lebensumstände und Wünsche ärmerer Kinder verdeutlicht. Dazu recherchieren sie weitere Informationen zu den Herkunftsländern (vgl. Linkliste). Die Texte werden im Plenum besprochen.
Ergebnissicherung: Präsentation, Tagebucheintrag
Sozialform: Gruppenarbeit, Plenum
Die Kinder erproben selbst, wie aus nicht genutzten oder benötigten Gegenständen kreatives Spielzeug hergestellt werden kann. Da gerade Verpackungsmüll täglich in großen Mengen anfällt, bietet es sich an, solchen zu verwenden, z. B. Konservendosen, Flaschen, Tetrapacks, Papprollen oder Kronkorken. Anleitungen werden entweder vorgegeben (vgl. Linkliste) oder selbst durch die Kinder recherchiert werden (z. B. bei Pinterest).
Die erarbeiteten Produkte werden im Rahmen einer Vernissage präsentiert und verkauft. Der Erlös kann für ein Kinderhilfswerk gespendet werden.
Ergebnissicherung: Vernissage
Sozialform: Einzelarbeit/Gruppenarbeit
In einer abschließenden Reflexionsphase wird darüber gesprochen, ob und inwieweit das Projekt zu einer Änderung der Einstellung zum eigenen Konsumverhalten der Kinder geführt hat.
Mögliche Bestandteile können sein:
- Ich werde weiter genau so viel neues Spielzeug wollen wie bisher.
- Ich möchte mir bewusster überlegen, was ich mir wünsche.
- Dinge, mit denen ich nicht mehr spiele, werde ich weitergeben.
- Kaputtes Spielzeug werde ich versuchen, zu reparieren.
- Es ist wichtig, dass wir Kindern in Not helfen.
Ergebnissicherung: Schaubild
Sozialform: Einzelarbeit/Plenum
Weiterführung
Um einen nachhaltigen Beitrag zu leisten und diesem Projekt auch einen appellativen Charakter zu verleihen, nehmen die Kinder Videobotschaften auf, in denen sie ein Statement zu ihrer Verantwortung bezüglich nachhaltigem Konsum und/oder Kinderarmut abgeben. Diese Videos können im Rahmen der Vernissage ebenfalls präsentiert werden.

Das Projekt soll den Kindern nicht nur ihr eigenes Konsumverhalten verdeutlichen, sondern darüber hinaus zum Nachdenken anregen. Neben dem Schulen von Empathie und Fremdverstehen durch Einblicke in die Lebenswelt von Kindern aus Entwicklungsländern, wird ein bewussterer Umgang mit Konsumgütern angeregt. Außerdem lernen die Kinder, dass es nicht selbstverständlich ist, Dinge im Überfluss zu besitzen oder nicht mehr brauchbare bzw. kaputte Gegenstände sofort wegzuschmeißen.
Weiterführende Informationen: Kinder in Entwicklungsländern