Verantwortung

Lesezeit: Minuten

Verantwortung

Im Onlinetraining erfahren Sie, wie Sie das Thema "Faires Miteinander im Netz" mit Kindern thematisieren können.
Onlinetraining

Digitale Verantwortung

Thema:
Verantwortung
Lernziel:
Faires Verhalten im Netz
Zeit:
15 min

Prolog

Im Onlinetraining erfahren Sie, wie Sie Kinder für ein verantwortungsvolles Verhalten im Internet sensibilisieren können.

Kinder und Kommunikation

Heute Straßenclique, morgen Chat-Gruppe Schon im frühen Kindesalter gehört das soziale Miteinander unter Kindern zu einem wichtigen Bestandteil ihrer persönlichen Entwicklung, aber auch zu einer immer wieder auftretenden Herausforderung.

Gegenseitiges faires Verhalten müssen Kinder erlernen und erproben, sowohl in als auch außerhalb der Schule. Der Umgang mit Vielfalt und Andersartigkeit, die Toleranz gegenüber fremden Lebensweisen, Kulturen und Ansichten gehören zu einer wichtigen sozialen Kompetenz. Ein erlerntes faires Miteinander im analogen Raum befähigt Kinder, sich auch im digitalen Raum verantwortungsvoll und fair Anderen gegenüber zu verhalten.
Was glauben Sie? Sind Erwachsene verantwortungsvoll, wenn es um die persönlichen Rechte von Kindern in den sozialen Medien geht? Dazu folgende Frage:
Wie viel Prozent der Erwachsenen befragen ihre Kinder NICHT, wenn sie Fotos von ihnen posten?
Ihre Antwort ist richtig. Eine repräsentative Umfrage des Politikforschungsinstituts Kantar Public ergab, dass 34 Prozent der Erwachsenen beim Posten von Bildern oder Informationen ihre Kinder NICHT mit einbeziehen. 30 Prozent informieren die Kinder lediglich, nur 31 Prozent bitten ihre Kinder um Erlaubnis.
Das stimmt leider nicht. Laut der Kantar Public Umfrage haben viele Erwachsene ein fehlendes Problembewusstsein in Bezug auf die Persönlichkeitsrechte von Kindern, wenn es um die Veröffentlichung von Informationen oder Bildern über soziale Medien wie WhatsApp, Facebook oder Instagram geht. Nur 31 Prozent von ihnen bitten die Kinder tatsächlich um Erlaubnis, Bilder oder Informationen zu posten.
34 %
31 %

Mein Netz, dein Netz

Faires Miteinander Mit der Ausweitung der Kommunikation auf soziale Netzwerke müssen Kinder auch Verantwortung für ein faires Miteinander in der digitalen Welt übernehmen. Dennoch finden, wie auf dem Schulhof, auch im digitalen Raum Beleidigungen, Belästigungen und Ausgrenzungen statt, jedoch mit viel schnelleren, schärferen und ungewollten Folgen. Aufgrund der Anonymität, der hohen Reichweite, der Unwiderrufbarkeit und der schnellen Verbreitung über mehrere Kanäle ist Cybermobbing daher nicht zu unterschätzen. Eine Sensibilisierung von Kindern für ein faires und verantwortungsvolles Verhalten im Netz spielt deshalb eine sehr wichtige Rolle bei der Förderung der sicheren Medienkompetenz.
1.

Netiquette beachten

Es ist wichtig, Kinder über "Netiquette" und "Chatiquette" zu informieren: Das heißt: Keine Lügen, Beleidigungen oder böswillige Vermutungen im Netz über andere verbreiten.
2.

Kritisch hinterfragen

Sensibilisieren Sie Kinder dafür, nicht gleich jede erhaltene Nachricht sofort zu teilen. Immer erst die Quelle prüfen, die Plausibilität des Textes und des Bildes beurteilen und stets kritisch das Geschriebene hinterfragen.
3.

Rechte beachten

Erläutern Sie Kindern, wie wichtig es ist, die Rechte eines jeden anderen zu beachten. Das gilt besonders für das Recht am eigenen Bild und persönliche Angaben. Bevor ein Foto oder Video gepostet wird, sollte immer erst die jeweilige Person gefragt werden.
4.

Hilfe suchen

Besprechen Sie mit Kindern, dass sie bei Beleidigungen, Lästereien und Beschimpfungen im Netz nicht einfach mitmachen. Wird jemand gemobbt, sollten sie bei anderen Personen Hilfe suchen.

So geht faires Miteinander im Netz

Verstöße im Netz

Cybermobbing Unter Cybermobbing versteht man das absichtliche Beleidigen, Beschimpfen, Bedrohen oder Ausgrenzen einer Person über digitale Medien innerhalb eines längeren Zeitraums. Im Vergleich zu analogem Mobbing kann Cybermobbing Dimensionen annehmen, die weit über Schulhoflästereien hinausgehen. Da das Internet ein Raum ist, in dem man sich völlig orts- und zeitunabhängig bewegen kann, ist es viel einfacher und schneller möglich, Beleidigungen über andere zu verbreiten.

Vielen Kindern und Jugendlichen ist die Reichweite und Folgenschwere dieser Handlung oft nicht bewusst. Was zunächst vielleicht nur eine kleine Gängelei ist, indem ein unvorteilhaftes Foto einer Mitschülerin oder

Mehr zu Hate Speech, seinen Formen, Mustern und Inhalten erfahren Sie in unserem Dossierbeitrag Hate Speech im Internet.
eines Mitschülers gepostet wird, kann zu einer folgenschweren Form von Cybermobbing führen.
SCROLLER – das Kindermedienmagazin von Teachtoday hat bei Kindern nachgefragt, was man bei Cybermobbing tun kann. Sehen Sie hier:
Im Folgenden finden Sie Tipps, wie Sie mit Kindern Cybermobbing vorbeugen können:
  • Vereinbaren Sie mit dem Kind, Sie zu informieren, wenn es einer Chat-Gruppe beitreten möchte.
  • Achten Sie in den AGB der sozialen Netzwerke auf die Altersangaben.
  • Verabreden Sie mit Kindern, sich über Erfahrungen in den sozialen Netzwerken auszutauschen.
  • Sensibilisieren Sie Kinder dafür, jede Person wertzuschätzen und deren Rechte zu wahren.
  • Thematisieren Sie mit Kindern, wie sie sich in und außerhalb der Schule, sowohl analog als auch digital, demokratisch verhalten können.
  • Vermitteln Sie Kindern, immer erst genau zu überlegen, bevor sie etwas posten.
  • Klären Sie Kinder über das Recht am eigenen Bild und den Schutz der persönlichen Daten auf.
  • Besprechen Sie, wer für die Kinder Vertrauensperson ist und wo sie Hilfe bekommen.

Unser Erste-Hilfe-Plan enthält weitere Tipps, was Sie gemeinsam mit Kindern tun können, um Cybermobbing vorzubeugen bzw. zu begegnen.
Hate Speech Der Begriff Hate Speech umfasst Ausdrucksformen, welche jegliche Form von Hass wie z. B. Fremdenfeindlichkeit, die auf Intoleranz gegenüber Minderheiten oder anderer Menschengruppen gründen, beinhalten. Das Internet stellt für diese Form des Hasses ein Medium dar, das schnell und mit enorm großer Reichweite Hassreden verbreiten kann.

Hate Speech kann sich direkt, z. B. durch konkrete Aufrufe zur Gewalt, und indirekt, wie etwa durch die Verbreitung von Unwahrheiten, äußern. Mit dem bewussten Einsetzen von Worten und Bildern werden Ängste geschürt, was vor allem Kinder verunsichern kann. Somit kann jeder davon betroffen sein.

Mehr zu Hate Speech, seinen Formen, Mustern und Inhalten erfahren Sie in unserem Dossierbeitrag Hate Speech im Internet.
Auch wenn Kinder noch nicht direkt von Hate Speech betroffen sind, ist es ratsam zu wissen, wie man sich im Netz verhält, sollten sie damit konfrontiert werden.
Wie würden Sie sich bei Hate Speech verhalten? Wenn Sie wissen möchten, wie andere diese Frage beantworten, machen Sie bei unserer folgenden kleinen Umfrage mit.
Wie verhalten Sie sich bei Hate Speech? Klicken Sie eine Antwort an.
Ich ignoriere sie. Ich versuche sachlich dagegen zu argumentieren. Ich bitte die Person dies zu lassen. Ich führe eine Gegenrede.

Verantwortung im Netz

Wertschätzung und Respekt gegenüber Anderen Verantwortungsvolles Verhalten fängt nicht erst im Internet an. Soziale Verantwortung, respektvolles Miteinander und Wertschätzung seines Gegenübers sind eine wichtige Voraussetzung für eine gut funktionierende Gesellschaft, sowohl im analogen als auch digitalen Raum. Möchten Sie Kinder und Jugendliche für ein verantwortungsvolles Verhalten im Netz sensibilisieren, so heißt das, ihnen grundlegende gesellschaftspolitische Aspekte und Verhaltensweisen im Hinblick auf den Respekt und die Wertschätzung anderer Menschengruppen bzw. Minderheiten zu vermitteln.
Auch sollten Sie Kinder in ihrer eigenen Persönlichkeit bestärken, sie ermutigen, sich selbstbewusst aber auch kritisch in ihrem sozialen Umfeld zu bewegen, anderen
die gleiche Wertschätzung und den gleichen Respekt so entgegenzubringen, wie sie es von ihrem Gegenüber auch erwarten würden - analog wie digital.
Counter Speech Counter Speech ist die sogenannte Gegenrede zu Hate Speech. Das heißt die Hassrede im Netz wird nicht einfach hingenommen, sondern es wird Stellung bezogen. Menschen reagieren auf Hassreden und führen Gegenreden, um so etwas gegen Hass und Hetze im Netz zu unternehmen. Sie entwickeln Gegenstrategien (offene Kampagnen, Appelle), unterstützen Betroffene und positionieren sich damit aktiv gegen Hetze im Internet. Bei der Counter Speech ist es dennoch wichtig auf sich selbst und die eigene Sicherheit zu achten. Durch vehementes Auftreten gegen Hate Speech können engagierte Personen selbst zum Ziel von Hassreden werden. Jugendliche, die sich aktiv gegen Hassreden engagieren möchten, sollten deshalb stets den Schutz der eigenen Person im Blick haben.

Test: Verantwortung im Netz

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Frage 1 von 2

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Antwort 1
Antwort 1
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Kapitel:

Wichtige Begriffe

Chatiquette
Chatiquette beschreibt Verhaltensregeln im Internet-Chat. Dazu gehören Respekt und Höflichkeit gegenüber anderen Nutzerinnen und Nutzern. Auch die Akzeptanz verschiedener Ansichten und Eigenschaften der vielen Menschen im Chat wird empfohlen, um miteinander gut auskommen.
Netiquette
Unter der Netiquette versteht man das angemessene und respektvolle Benehmen in der technischen (elektronischen) Kommunikation. Was im Netz als guter Umgang miteinander (noch) akzeptiert wird, ist sehr unterschiedlich und hängt von den Teilnehmern innerhalb einer Bezugsgruppe ab, wobei es in der Hand des jeweiligen Betreibers/Verantwortlichen liegt, Art und Ausmaß der Netiquette vorzugeben, deren Einhaltung zu kontrollieren und Verstöße ggf. durch Ausschluss von Teilnehmern negativ zu sanktionieren. Es gibt keinen einheitlichen Netiquettetext, sondern eine Vielzahl von Texten und Vorgaben.
AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen)
Allgemeine Geschäftsbedingungen werden von Unternehmen mit einer breiten Benutzerbasis angewandt, um festzulegen, welche Einsätze des Computers erlaubt und welche nicht erlaubt sind. Bei den meisten Dienstleistungsanbietern im Internet bilden die allgemeinen Nutzungsbedingungen einen Teil der grundlegenden Bestimmungen.
personenbezogene Daten
Personenbezogene Daten sind nach dem Datenschutzgesetz Daten, die einer natürlichen Person eindeutig zugeordnet werden können (z. B. Geburtsort, Augenfarbe, Gesundheit). Per Bundesrecht gehören zu den personenbezogenen Daten Einzelangaben, die Aussagen über die persönlichen und sachlichen Verhältnisse einer Person treffen. Der Schutz der personenbezogenen Daten erfolgt durch das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG).
Recht am eigenen Bild
Das Recht am eigenen Bild gehört zu den allgemeinen Persönlichkeitsrechten und besagt, dass jeder Mensch selbst bestimmen kann, ob Bilder, auf denen er abgebildet und persönlich erkennbar ist, veröffentlicht werden dürfen oder nicht und in welchem Zusammenhang das geschehen darf.