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Bildungsnotiz 05.11.2018
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Studie: Digital ersetzt nicht analog

Printmagazine, Radio, Zeitungen, CDs, TV und Bücher – all diese Medienformen wurden im Zuge der Digitalisierung schon totgesagt und sind immer noch da.

Die Digitalisierung hat die Medienbranche verändert. Literatur, Musik, Nachrichten, Spiele, Filme und Serien – all das können Verbraucher heute über digitale Kanäle konsumieren. Die Akzeptanz digitaler Medienangebote ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, wie eine aktuelle Deloitte-Studie zeigt. So ist die Zahl der regelmäßigen Nutzer von Video-on-Demand-Abonnements seit 2016 in Deutschland um 80 Prozent gestiegen, bei Musik-Streaming liegt der Zuwachs bei 40 Prozent. Nicht nur Video-on-Demand und Musikstreaming, auch Online-News, E-Papers und E-Books haben Nutzer in allen Alterssegmenten hinzugewonnen.

Dabei spielt das Alter der Konsumenten eine Rolle bei ihren Vorlieben in puncto Mediennutzung. Die Studie zeigt mit dem „digitalen Bruch“, ab wann die Akzeptanz digitaler Angebote deutlich sinkt. Dies kann daran liegen, dass Konsumenten ab einem bestimmten Alter stärker auf traditionelle Medienformen zurückgreifen oder bestimmte Medien generell seltener nutzen. Oft tritt der „digitale Bruch“ zwischen 35 und 44 Jahren auf. Ausnahmen sind Magazine und Zeitungen, wo der Bruch bereits gut zehn Jahre früher einsetzt, dafür aber im Fall der Zeitungen moderat ausfällt. Digitale Zeitungsausgaben haben in allen Altersgruppen respektable Nutzerzahlen erobert. Auch bei den über 60-Jährigen lesen mehr als 30 Prozent ihre Zeitung digital. Junge Konsumenten haben dagegen generell eher wenig Interesse an Nachrichten.

Die Zuwächse bei Digitalmedien sind deutlich größer als der Rückgang bei traditionellen Produkten, so die Studie. Die Ursache liegt hier zum Teil in der gestiegenen mobilen Nutzung. Während digitale Produkte den Medienkonsum unterwegs vereinfachen oder in einigen Fällen überhaupt erst ermöglichen, greifen viele Nutzer zu Hause häufig auf traditionelle Medien zurück. So ist die Popularität gedruckter Bücher in fast allen Altersgruppen gestiegen. E-Books sind eher eine Ergänzung zum gedruckten Buch statt Konkurrenz.

Allerdings geben die Studienergebnisse nicht für alle traditionellen Medien Entwarnung: Das lineare Fernsehen hat gegenüber 2016 erneut Zuschauer verloren. Zwar schauen noch immer 72 Prozent der Befragten regelmäßig lineares TV, junge Verbraucher bis etwa Mitte 20 bevorzugen jedoch bereits jetzt digitale und On-Demand-Angebote. Auch das Radio bleibt zwar mit weiterhin hohen Nutzerquoten relevant, muss aber ebenfalls erneut Verluste bei jungen Hörern hinnehmen.

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