Wortwäsche

Lesezeit: Minuten
Kommunikationsfähigkeit | normativ-ethische Einstellung | Problemlösefähigkeit | 12 – 15 Jahre | 90 Minuten
Kommentare neu geschrieben
Unter Videos, Fotos oder anderen Posts sind sie eigentlich immer zu finden: Kommentare, die das Gepostete bewerten. Doch das Kommunikationsklima ist mitunter sehr rau und wenig respektvoll.
Das eigene digitale Umfeld kritisch betrachten. Sich klar positionieren. Die Grenzen und Freiheiten der Kommunikation miteinander ausloten: Mit der Projektidee "Wortwäsche" reflektieren Jugendliche ihre digitale Kommentarwelt und arbeiten aktiv an einem positiven und respektvollen Kommunikationsklima.
Bild
Die Jugendlichen werden darin gestärkt, ihr eigenes und das Kommunikationsverhalten anderer im Netz kritisch zu hinterfragen und sich für ein positives Kommunikationsklima einzusetzen.
Die Jugendlichen
reflektieren die gegenwärtige Kommunikationskultur untereinander und in den sozialen Netzwerken.
üben, negative Kommentare zu erkennen und Grenzen der Meinungsäußerung zu beurteilen.
äußern faire Kritik durch respektvolle Äußerungen.
Die Jugendlichen
recherchieren eigene und fremde Kommentare in den (eigenen) sozialen Netzwerken, wie z. B. WhatsApp, YouTube oder Instagram.
analysieren diese Kommentare und clustern sie anhand ihres eigene Wertekodexes in „gut“ und „schlecht“.
formulieren die negativen Kommentare in sachlich-respektvolle Kommentare um.
erstellen eine Tabu-Liste aller negativen Wörter bzw. Ausdrücke.
Die Jugendlichen
tauschen sich über positive und negative Kommentare in den sozialen Netzwerken aus.
verständigen sich auf angemessene Kommunikations- und Verhaltensregeln im Netz.
werden dafür sensibilisiert, Empathie für andere Menschen und Situationen zu entwickeln.
Die Jugendlichen
reflektieren ihre eigenen Wertmaßstäbe.
ziehen für sich selbst Schlüsse bezüglich ihrer Reaktionen auf schlechte Kommentare und ihr Solidarisierungsverhalten bei Beleidigungen und Mobbing.
überprüfen ihr eigenes Kommunikationsverhalten im Netz.
Projektverlauf

Die Jugendlichen verschaffen sich einen Überblick über die Kommunikationskultur in ihren Chats oder Plattformen ihrer Wahl. Anhand dieser Kommentare führen sie eine kurze Diskussion über respektvolle Kommunikation im Internet. Sie recherchieren gezielt nach negativen Kommentaren und führen eine Diskussion über die getroffene Auswahl. Im Anschluss formulieren sie die negativen Kommentare in eine respektvolle Sprache um und erstellen eine Tabu-Liste, die als Leitfaden für ihre zukünftige Onlinekommunikation gilt.

Vorbereitung
In Vorbereitung des Projekttages werden von der Lehrkraft ca. 5–7 negative bzw. respektlose und positive bzw. respektvolle Online-Kommentare herausgesucht und jeweils auf einem Zettel festgehalten. Jeder einzelne Zettel wird unter einem Stuhl in Gruppenraum verdeckt angebracht.

Am Projekttag werden die Jugendlichen zur Einstimmung aufgefordert, unter ihren Stuhl zu schauen. Wer einen Zettel findet, liest den Kommentar laut vor. Danach bewerten alle den Kommentar mit Daumen hoch oder Daumen runter. Im Anschluss diskutieren die Jugendlichen darüber, wieso sie die jeweiligen Kommentare als positiv oder negativ empfinden.
Ergebnissicherung: gemeinsames Werteverständnis anhand der Kommentarauswahl
Sozialform: Plenum
Die Jugendlichen werden in Gruppen von ca. 6 Personen geteilt. Jede Gruppe sucht im Internet ca. 5-7 negative Kommentare aus dem eigenen digitalen Umfeld heraus und hält diese jeweils auf einem Zettel fest.

Anschließend diskutieren die Gruppen darüber, was sie bei ihrer Recherchearbeit festgestellt haben. Als Diskussionsgrundlage können Fragestellungen dienen wie:

- Welchen Eindruck habt ihr von der Kommunikation in den sozialen Netzwerken?
- War es schwer, negative Kommentare zu finden?
- Was überwiegt: negative oder positive Kommentare?
- Wie bewertet ihr die negativen Kommentare?
Ergebnissicherung: Sammlung negativer Kommentare
Sozialform: Gruppenarbeit
Jede Gruppe führt nun an den herausgesuchten negativen Kommentaren eine „Wortwäsche“ durch. Das heißt: Die Jugendlichen schreiben die Kommentare so um, dass die Aussage beibehalten, diese aber auf faire und respektvolle Art und Weise ausgedrückt wird.

Eine Liste von respektvollen bzw. neutralen Formulierungen der Meinungsäußerung kann den Kindern als Hilfestellung zusätzlich ausgeteilt werden. Die „gewaschenen“ Kommentare halten die Jugendlichen schriftlich auf einem größeren Plakat in Gegenüberstellung mit dem jeweiligen negativen Kommentar fest.

Im Anschluss notiert jede Gruppe für sich eine Tabu-Liste, auf der die Ausdrücke festgehalten werden, die ihrer Meinung nach grenzüberschreitend sind.
Ergebnissicherung: Plakat, Tabu-Liste
Sozialform: Gruppenarbeit
Im Plenum stellt jede Gruppe ihre Ergebnisse der „Wortwäsche“, also das Plakat und die Tabu-Liste, vor. Gemeinsam wird besprochen, wie es den einzelnen Gruppen gelungen ist, die negativen Kommentare umzuformulieren. Anhand der erstellten Tabu-Listen erarbeiten die Jugendlichen gemeinsam Verhaltensregeln für eine faire Kommunikation.
Ergebnissicherung: Verhaltensregeln im Chat
Sozialform: Plenum
Projektfazit

Die Projektidee dient als initialer Einstieg in das Thema „Hass im Netz oder Hate Speech“ und kann als Einführung sowie präventiv im Schul- oder Teamalltag durchgeführt werden.

Weiterlesen im Dossier „Digitale Zivilcourage“
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