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Bildungsnotiz

Lesezeit: Minuten
Bildungsnotiz 22.09.2022

Laut einer EU-Studie stellen Deepfakes eine große Gefahr für uns dar

Das Gefahrenpotential von Deepfakes reicht weit über individuelle Schäden hinaus. Zeit für eine Sensibilisierung.

Bei sog. Deepfakes handelt es sich um Video- und Tonaufnahmen, die mittels Künstlicher Intelligenz (KI) gefälscht werden. Am bekanntesten sind Videoaufnahmen mit sogenanntem „Face Swapping“. Dabei werden die Gesichter von meist bekannten Personen vertauscht. Mit anderen gängigen Verfahren kann Personen nie Gesagtes in den Mund gelegt werden. Oft dienen diese Techniken dem Spaß auf Sozialen Medien, doch werden sie auch gezielt für Verleumdung, Rufschädigung, Identitätsdiebstahl und Erpressung eingesetzt.

Eine im Auftrag des EU-Parlaments erstellte Studie von 2021 benennt zudem mehrere soziale Ebenen, die durch Deepfakes gefährdet werden können. Zum einen sind das Personen, also Individuen, zum anderen auch Organisationen und sogar unsere Gesellschaft. Die Studie zeigt am Beispiel eines fingierten Videos eines Politikers, dass eine gefälschte Aussage nicht nur seinem Ruf schade, sondern auch seiner Partei bei anstehenden Wahlen. Letztendlich könne sogar Misstrauen gegenüber Demokratischen Institutionen durch Deepfakes entstehen oder verstärkt werden.

Auf der individuellen Ebene komme es hauptsächlich zu Identitätsdiebstahl, wovon Frauen am meisten betroffen seien, z.B. durch Face Swaps mit Darstellerinnen pornografischer Videos. Getrieben werde der Trend durch den leichten Zugang zu Deepfake-Technologien und die Veränderung der Medienlandschaft durch Soziale Medien und vor allem die bei Kindern und Jugendlichen am meisten verbreiteten visuellen Plattformen, wie TikTok, Snapchat und Instagram.

Was kann man tun, um Deepfakes zu erkennen? Hierfür bietet das BSI eine Themenseite an, die vor allem technische Tipps zur Erkennung von Deepfakes bereitstellt. Wie für alle Formen von Desinformation im Netz gilt aber: bei Zweifeln selbst recherchieren und Quellen prüfen. Tipps finden Sie hier im Teachtoday Webcast (Interview mit Sophie Timmermann von CORRECTIV, ab Minute 17:26). Im aktuellen Themendossier zum Thema Manipulation im Netz erstellt Teachtoday ein interessantes Angebot aus Hintergrundinformationen, Interviews mit Expert*Innen, einem Quiz und Unterrichtsmaterialien. Einige Materialien finden Sie bereits in unserer Toolbox.

Weiterführende Links:
Studie für das EU-Parlament
BSI Themenseite

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