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Wissenschaft aktuell

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Wissenschaft aktuell 14.08.2020

DAK-Studie: Macht Social Media süchtig?

Schätzungsweise 100.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind abhängig von Social Media, schlussfolgert eine aktuelle DAK-Studie.

Auf TikTok tanzen Fans zu Drakes "Toosie Slide", auf Instagram postet Netflix Memes mit Anspielungen auf die Top 10 und per WhatsApp kommt der Link zum neuen MontanaBlack-Video auf YouTube. Viele Erwachsene verstehen hier nur Bahnhof, aber Kinder und Jugendliche konsumieren genau das tagtäglich. Für die einen ist es bloßer Zeitvertreib, für die anderen sogar schon eine Sucht.

2,6 Prozent der Befragten sind laut aktueller DAK-Studie bereits süchtig nach Social Media. Mädchen erfüllen mit 3,4 Prozent etwas häufiger als Jungen (1,9 Prozent) die Kriterien für eine Abhängigkeit, die sich nach der sogenannten „Social Media Disorder Scale“ bemisst. Werden mindestens fünf von neun der dortigen Standardfragen mit „ja“ beantwortet, liegt laut Fragebogen eine Social-Media-Abhängigkeit vor. Auf alle 12- bis 17-Jährigen in Deutschland hochgerechnet entsprechen 2,6 Prozent etwa 100.000 Betroffenen.

Je älter die Befragten sind, desto mehr Zeit verbringen sie mit WhatsApp, Instagram und Co.: Mädchen zwischen 16 und 17 Jahren nutzen fast 3,5 Stunden pro Tag sozialen Medien, Jungen im gleichen Alter 2,75 Stunden.

Laut Untersuchung haben soziale Medien bei den befragten Kindern und Jugendlichen häufig negative soziale Auswirkungen in verschiedenen Bereichen: Knapp ein Viertel der Befragten bekommt wegen der Nutzung sozialer Medien manchmal, häufig oder sogar sehr häufig zu wenig Schlaf. 22 Prozent streiten mit den Eltern über die Nutzung sozialer Medien.

14 Prozent gaben an, soziale Medien oft heimlich zu nutzen. Ebenso viele können die Nutzung nicht stoppen, obwohl andere ihnen sagten, dass sie dies dringend tun müssen. 13 Prozent sind unglücklich, wenn sie keine sozialen Medien nutzen können. Besonders alarmierend ist der Zusammenhang zwischen Social-Media-Sucht und Depressionen: Wer von sozialen Medien abhängig ist, dessen Risiko, an einer Depression zu erkranken, ist um den Faktor 4,6 höher als bei Nicht-Süchtigen.

Für die Studie wurden 1.001 junge Menschen im Alter von zwölf bis 17 Jahren befragt.

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