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Wissenschaft aktuell 08.11.2018
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Jugendmedienschutzindex 2018 veröffentlicht

Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e. V. (FSM e.V.) hat erstmals eine Studie zum Thema Jugendmedienschutz und Lehrkräfte vorgestellt.

Viele Lehrkräfte fühlen sich kaum in der Lage, Kinder und Jugendliche im Umgang mit Online-Medien zu schützen. 50 Prozent der Lehrkräfte fühlen sich im Umgang mit Jugendmedienschutz überfordert.

Dabei sind die Lehrkräfte in Deutschland alles andere als sorglos: Mehr als die Hälfte der Befragten gab laut Studie an, sich um problematische Online-Inhalte zu sorgen. Jede dritte Lehrkraft glaubt an negative persönliche Folgen der Online-Nutzung. Als konkrete Risiken nennen sie Kontakte zu Fremden, verstörende Gewalt- oder Pornografie-Inhalte, Cybermobbing, Datenklau, Viren und vieles mehr.

Immerhin 86 Prozent der Lehrkräfte und Fachpädagogen haben bereits Online-Mobbing bei ihren Schülerinnen und Schülern beobachtet, 84 Prozent sind davon überzeugt, dass Kinder und Jugendliche zu viele Daten im Internet preisgeben, und 80 Prozent nehmen an, dass Schülerinnen und Schüler mit für sie verstörenden oder beängstigenden Inhalten wie Gewalt, Sex oder Horror in Kontakt kommen.

Trotz dieser ausgeprägten Sorgen sieht sich rund die Hälfte der Lehrkräfte selbst nur bedingt in der Lage, die Kinder und Jugendlichen, mit denen sie arbeiten, vor Online-Risiken zu schützen. Dies spricht für erheblichen Bedarf an individueller Fortbildung. Die Verantwortung, beim Jugendmedienschutz aktiv zu werden, sehen die Befragten vor allem bei den Eltern und den Anbietern von Online-Content, sozialen Plattformen, Messaging-Diensten und Behörden. Mit 76 Prozent wird den Schulen zwar etwas geringere Verantwortung zugeschrieben, dafür aber wird diesen bescheinigt, dass sie dieser Verantwortung weitgehend gerecht werden.

Demgegenüber meinen nur 19 Prozent, dass sich Eltern genug um den Schutz ihrer Kinder im Online-Bereich kümmern. Hier wollen fast zwei Drittel (63 Prozent) der befragten Lehrkräfte und Fachpädagogen zukünftig eine stärker wahrnehmbare Rolle einnehmen und Eltern auf Chancen und Risiken der Online-Nutzung hinweisen. Großen Unterstützungs- und Aufklärungsbedarf sehen sie vor allem im Bereich Privatsphäre, Datenschutz und Umgang mit Messengern (96 Prozent).

Die FSM ist Herausgeber der Studie, die von den unabhängigen Forschungseinrichtungen Hans-Bredow-Institut für Medienforschung und JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis durchgeführt wurde.

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