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Wissenschaft aktuell 24.01.2020
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Geschlechterdarstellung wird gleichförmiger

Social-Media-Plattformen wie YouTube, Instagram oder TikTok bieten allen Nutzern eine Chance, sich darzustellen und der eigenen Identität eine Stimme zu geben. Doch gerade bei jungen Menschen zeigt sich, dass die eigene Darstellung häufig von Vorbildern und Geschlechterrollen bestimmt ist.

So basiert zum Beispiel die Geschlechterdarstellung auf YouTube, wie die Ergebnisse der aktuellen Studien-Reihe "Weibliche Selbstinszenierung in den neuen Medien" zeigen, oft auf Stereotypen. Während Frauen sich überwiegend im privaten Raum zeigen, Schminktipps geben und ihre Hobbies präsentieren (Basteln, Nähen, Kochen), bedienen Männer deutlich mehr Themen: von Unterhaltung über Musik bis zu Games, Comedy und Politik. Auch auf Instagram sind vor allem die Frauen erfolgreich, die einem bekannten Schönheitsideal entsprechen. Sie sind dünn, langhaarig und beschäftigen sich hauptsächlich mit den Themen Mode, Ernährung und Beauty.

Weibliche Selbstinszenierung außerhalb normierender Geschlechterrollen findet hier nur in einem sehr begrenzten Bereich statt, so die Studienergebnisse. So zeigt der Blick in die Influencer-Branche, dass stereotypische Darstellungen nicht allein persönlichen Interessen geschuldet sind. Die befragten YouTuberinnen verweisen auf Hürden, die es erschweren, aus dem Themenumfeld Beauty auszubrechen und sich neuen Genres wie Comedy oder Politik zu öffnen. Sie berichten von engen Zuschauererwartungen und damit verbundenen kritischen, mitunter bösartigen Kommentaren, sobald sie den normierten Erwartungen widersprechen.

Gerade bei jungen Nutzerinnen und Nutzern sind ebenfalls klare Verhaltensmuster zu erkennen. Viele betrachten Influencer als Vorbilder und ahmen deren Posen und Aussehen nach. Insbesondere Mädchen, die Influencern folgen, bearbeiten ihre eigenen Bilder stärker als solche, die keinen Influencern folgen. Sie empfinden ihr natürliches Aussehen zunehmend als unzureichend und legen etwa größeren Wert darauf, schlank zu sein. Dadurch, so die Studienleitung, entsteht eine Normierung, in der die Selbstinszenierung der Mädchen wie auch der Influencer immer gleichförmiger wird. Die Vielfalt in der Geschlechterinszenierung geht verloren.

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