Das Internet der Dinge

Die Fitness-App gibt schon im Badezimmer das Tagesmenü anhand der Daten vor, die die Waage schickt. Die Armbanduhr prüft den morgendlichen Blutdruck und schickt die Infos in die Cloud. Der smarte Home-Assistent macht gleich einen neuen Termin beim Hausarzt, startet beim Gehen das Auto und verschließt nach dem Verlassen des Hauses die Tür.
In der Frühphase der Digitalisierung ging es vor allem um die Vernetzung von Inhalten. Heute leben wir in der zweiten Phase, in der sich Menschen immer mehr miteinander vernetzten. In Zukunft werden wir verstärkt die Vernetzung der Dinge erleben. Noch kommunizieren nicht alle Alltagsgegenstände wie gerade beschrieben mit- oder untereinander. Aber - es gibt bereits einige, die das tun.
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Was ist das Internet der Dinge?
Digitale Informationen wie Nachrichten, Fotos oder Videos werden im Internet der Dinge (Internet of Things, kurz IoT) nicht mehr nur von Menschen erzeugt, sondern von den Dingen selbst wie z. B. der Kleidung, Haushaltsgegenständen oder dem Auto. Das Internet der Dinge besteht aus Objekten, die durch Sensoren, Antennen und Software verbunden sind und miteinander kommunizieren.

Je nach Bereich, in dem die vernetzten Geräte eingesetzt werden, erfüllen sie einen anderen Nutzen. Im privaten Bereich sollen sie vor allem den Alltag komfortabler machen. Im industriellen Bereich soll ihr Einsatz Produktionsprozesse und Abläufe kostengünstiger und sicherer machen. Vorteile verspricht das Internet der Dinge auch im Gesundheitsbereich und der Medizin. Eine Vision ist es zum Beispiel, Gesundheitsdaten von Patienten über mobile Geräte wie Armbanduhren automatisch zu übermitteln und zu überwachen.
Das Zuhause wird smarter
Die Heizung schaltet sich automatisch aus, wenn ein Fenster geöffnet wird. Das Licht lässt sich ganz einfach per Sprachbefehl einschalten. Keine lästige Parkplatzsuche mehr, wenn das smarte Auto meldet, wo genau noch ein Platz frei ist. Das Internet der Dinge verspricht vor allem eines: Es ist bequem und praktisch. Im privaten Bereich kommt die Technik deshalb häufig für die Gebäudeautomation - das sogenannte Smart Home - zum Einsatz. Typische Anwendungsbeispiele sind die Beleuchtungssteuerung, Alarmanlagen und Fernüberwachungen, die automatische Heizungs- und Klimakontrolle oder intelligente Stromzähler.
Mobile Kommunikationszentrale
Das Internet der Dinge ist ebenso die Grundlage für das Connected Car, das den Fahrer dank intelligenter Verkehrsführung nicht nur schneller transportieren, sondern zunehmend den Status einer Kommunikationszentrale einnehmen soll. Diese Autos sammeln während der Fahrt Daten über die aktuelle Situation auf der gefahrenen Route und gleichen diese über das Internet mit Informationen ab, die aus anderen Quellen stammen. So können die Fahrer in Echtzeit über die aktuelle Verkehrslage oder die Parkplatzsituation am Zielort informiert werden. Außerdem sind intelligente Prognosen über Staus und andere Gefahren möglich.
Die Kleidung kommuniziert
Wearables ist ein Oberbegriff für unterschiedliche interaktive Accessoires und Kleidung wie Fitness-Armbänder, Smart Watches, Datenbrillen oder sensorische Laufschuhe. Werden elektrisch leitende Fasern mit sensorischen Eigenschaften in normale Stoffe eingewebt, so werden diese zu sogenannten smarten Textilien. Diese intelligenten Stoffe können dann beispielsweise Druck erkennen, Temperaturveränderungen wahrnehmen, ihre Form und Farbe verändern oder auf elektrostatische Veränderung reagieren. Wird es beim Joggen zum Beispiel kühl und dunkel, schalten sich in den intelligenten Fasern automatisch Licht und Heizung ein.
Das Internet der Dinge braucht Daten
Die vernetzte Welt mit diesen intelligenten Geräten und Dingen funktioniert aber nur dann, wenn auch entsprechende Daten zur Verfügung stehen und ausgewertet werden können. Datenschutz wird daher immer wichtiger, schließlich fallen bei der Aufzeichnung persönliche und somit sensible Daten an. Wer diese Daten bekommt und was mit ihnen geschieht, haben die Nutzerinnen und Nutzer oft selbst nicht mehr in der Hand. Zudem sind die gesammelten Datenmengen für den Einzelnen nur schwer überschaubar, selbst wenn alle Nutzungsvereinbarungen und Datenschutzerklärungen gelesen wurden.

Durch die Vernetzung der Geräte besteht ebenso die Gefahr eines Hacker-Angriffes von außen oder einer unbefugten Nutzung durch Fremde. Die Missbrauchsszenarien können vom unbefugten Auslesen und Ausspionieren persönlicher Daten bis hin zum Ausführen von unerwünschten Aktionen reichen. Der smarte Fernseher könnte zum Beispiel dazu missbraucht werden, unbemerkt das Wohnzimmer zu überwachen.

In Zukunft ist es daher nicht nur wichtig zu wissen, welche Dinge um uns herum „smart“ und „intelligent“ sein werden, sondern sich neben den Vorteilen auch der Gefahren eines smarten Gerätes vor Augen zu führen.