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Streiten ja, aber richtig!

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Mittagszeit in Zeiten verkürzter Betreuung: Der kleine Leon quengelt, weil er Hunger hat. Sein Vater sagt ihm genervt, dass er sich noch 10 min gedulden muss, da er gerade in einer Telefonkonferenz ist. Im gleichen Moment kommt die große Schwester Lea in den Raum und fragt, wann es endlich Mittagessen gibt.

Diese Momente, in denen tiefes Durchatmen gefragt ist, kennt inzwischen jeder mehr als gut genug. Der Spagat zwischen der eigenen Arbeit, erhöhter Organisation mit Einkäufen und Aufräumaktionen und der zusätzlichen Rolle als Ersatzlehrer beziehungsweise Betreuer aufgrund fehlender Ganztagsbetreuung, stellt für alle Eltern eine große Herausforderung dar.

Im Familienalltag fühlen sich Eltern, als würden fünf paar Hände nicht ausreichen. Und sie reichen auch nicht aus. Die Last, zwischen Arbeit, Haushalt und Homeschooling allem gerecht werden zu müssen, wiegt schwer – und Streit ist dabei schon fast vorprogrammiert. Das kann ein Streit zwischen Eltern und Kindern sein. Oder auch Streit zwischen den Eltern, da die Last und Herausforderung im derzeitigen Familienalltag keine Luft mehr für die Beziehung oder das ruhige Austarieren von Meinungsverschiedenheiten lässt und ohnehin schon große emotionale Belastungen mit sich trägt. Wer emotional angespannt ist, reagiert auf Unstimmigkeiten auch mal schnell unfair, unüberlegte Vorwürfe oder Anschuldigungen geben das Wort. Verständnislosigkeit und das Beharren auf eigenen Standpunkten führen dann oft genug dazu, dass buchstäblich aus der Mücke der Elefant gemacht wird und Streit entsteht.

Um größere Auseinandersetzungen in bestimmten Homeschooling-Siuationen - gerade in Bezug auf die Nutzung der digitalen Medien - zu vermeiden, gibt es einige Ansätze, die helfen können.

Das Kind möchte immerzu die digitalen Medien nutzen? Deshalb gibt es häufiger Streit.

Tipp: Der intensivere Konsum von digitalen Medien ist unter diesen Umständen normal. Hier sollte die Zeit genutzt werden, um die Chancen der digitalen Medien in den Alltag einzubinden. Dennoch bleibt es wichtig, gemeinsam klare Regeln der Nutzung festzulegen.
Ein guter Streit braucht Regeln

Manchmal lässt sich eine Auseinandersetzung nicht vermeiden und ist sinnvoll, um dem Gegenüber seinen Standpunkt klarzumachen. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wie man mit ein paar Regeln diskutieren kann, ohne sich dabei gleich zu zerstreiten.

Es ist nicht immer einfach, andere Meinungen, die von der eigenen abweichen, zu akzeptieren. Aber es gehört dazu, dass wir darüber streiten dürfen, was wir für richtig halten. Das gilt auch für Kinder, die durchaus der Meinung sein können, dass die eigenen Eltern nicht die besten Ersatzlehrer sind, währenddessen Eltern ein ganz anderes Selbstbild haben und sich viel Druck machen.
Streiten gehört im Privaten wie in der Öffentlichkeit, im Analogen wie im Digitalen zum Leben dazu. Denn wir streiten, weil sich unsere Ziele, Vorstellungen und Wünsche nun mal nicht immer gleichen.

Eine Strategie für den Streit ist, immer wieder Kontakt zum anderen aufzunehmen und nachzufragen: Meinst du das so? Bist du sicher, dass du mir diesen Vorwurf machen willst? Können wir darüber sprechen, wie gerade jeder die Situation gesehen hat?

Diese Strategie ist auch bei einem Familienstreit wichtig, kann wieder Nähe schaffen und dazu führen, dass wie im Beispiel oben der Kompromiss gefunden wird, dass heute Lea das Mittagessen für alle macht und dafür Zeit bleibt, gemeinsam zu essen.
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