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Bildungsnotiz 01.03.2018
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Hass-Kommentare: Die laute Minderheit

Eine neue Studie zeigt: Hinter vielen Hass-Kommentaren im Netz steht nur eine kleine Minderheit der Nutzer.

Der IT-Experte Philip Kreißel wertete in Zusammenarbeit mit dem Londoner Institute for Strategic Dialogue hunderte Posts auf Facebook zu Beiträgen von Nachrichtenportalen aus. Für seine Analyse entwickelte Kreißel einen sogenannten "Hate-Finder", der Profile identifiziert, die Hass-Kommentare oft liken, und beobachtet, wo diese wieder aktiv werden. So analysierte er rund 3000 Meldungen und 18000 Kommentare, die auf den Facebookseiten von Bild, Focus-Online, Kronen-Zeitung, Spiegel-Online, tagesschau.de, Welt und ZDF heute gepostet wurden und wertete diese im Hinblick auf die Aktivität der Nutzer aus.

Die zentralen Erkentnisse: Nur fünf Prozent der Accounts waren im Januar für 50 Prozent der Likes bei Hass-Kommentaren verantwortlich. In dieser lautstarken Minderheit findet sich sogar noch ein extrem aktiver Kern. Ein Prozent der Profile waren demnach für 25 Prozent der Likes verantwortlich. Diese Profile agieren oft gemeinsam und sind generell deutlich aktiver als "normale" Nutzer, so Kreißel.

Das gilt allerdings nur für Diskussionen, in denen Hass-Inhalte auffallen - bei anderen Themen seien diese Accounts weitestgehend passiv, so Kreißel weiter. Befördert werde die Täuschung außerdem durch die Algorithmen von Facebook, denn polarisierende Debatten, die oft erst durch koordinierte Aktionen ausgelöst werden, erhielten durch den Facebook-Algorithmus eine höhere Reichweite als sachliche Diskussionen.

Warum das, was Menschen in den sozialen Netzwerken als Mehrheit wahrnehmen, oft nichts weiter als eine Illusion ist, lesen Sie in unserem Themendossier "Meinungsbildung".

Quelle: ARD Faktenfinder

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