Bildungsnotiz

Bildungsnotiz 15.06.2018
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WHO erklärt Computerspielsucht offiziell zur Krankheit

Das allgemein als "Gaming Disorder" bezeichnete Phänomen wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in die elfte Internationale Klassifikation der Krankheiten aufgenommen.

Die WHO plant die Sucht nach Computerspielen jetzt offiziell als Krankheit einzustufen. Das geht aus einer Vorab-Version des neuen medizinischen Klassifikationssystems ICD-11 hervor. Dieser Katalog listet sämtliche bekannte Krankheiten auf und weist ihnen einen Code zu, den Mediziner und Einrichtungen für ihre Aktenvermerke verwenden können. Das international einheitliche System ermöglicht und vereinfacht die statistische Auswertung von Gesundheitsstatistiken aus aller Welt.

Die elfte Fassung der "International Classification of Diseases" (ICD-11) erscheint am 18. Juni. In der Kategorie "Störungen aufgrund von Suchtverhalten" wird nun erstmals zwischen Glücksspielsucht ("Gambling Disorder") und Spielstörung ("Gaming Disorder") unterschieden. Aus der Beschreibung geht hervor, dass mit letzterem die Sucht nach Videospielen gemeint ist, egal ob online oder offline.

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Unter einer Spielstörung versteht die WHO ein "anhaltendes oder wiederkehrendes Spielverhalten", das von drei wesentlichen Symptomen begleitet wird: Jemand ist süchtig nach Videospielen, wenn er keine Kontrolle mehr über sein Spielverhalten in Bezug auf Häufigkeit, Intensität oder Dauer hat. Er außerdem den Videospielen so viel Zeit einräumt, dass andere Interessen und Aktivitäten darunter leiden und er negative Folgen hinnimmt, um den Spieldrang weiter zu befriedigen. Für eine zuverlässige Diagnose müssen laut WHO alle die oben genannten Faktoren über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr erfüllt sein.

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