Digitale Meinungsmacher

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"Es passiert viel in der Welt! Egal ob lustig, furchtbar, zum Schreien, oder einfach Unfassbares... Lasst uns drüber sprechen!" Und das tut er: Der YouTuber LeFloid erreicht mit diesem Leitsatz über seinen Kanal mehr als 3 Millionen Abonnenten. Damit zählt er und sein Format „LeNews“ für die zumeist jungen Zuschauer zu einer wichtigen Informationsquelle für die eigene Meinungsbildung.
Digitale Medien und vor allem soziale Netzwerke wie YouTube, Instagram oder Facebook spielen heute eine bedeutende Rolle bei jungen Menschen, wenn es darum geht, sich über die verschiedensten Themen zu informieren - sei es Politik, Mode, Ernährung oder die passende Freizeitgestaltung. Aber wie sehr beeinflussen soziale Medien damit auch persönliche Ansichten und Meinungen? Und was bedeutet das für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen?

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Umgehört zum Thema Meinungsbildung
Machen Medien Meinung?

Meinungsbildung ist abhängig von vielen Faktoren: Von persönlichen Wertvorstellungen, der eigenen Lebenslage, Wissen und Erfahrungen sowie dem eigenen sozialen Umfeld. Menschen sind zum Beispiel viel eher geneigt, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, wenn dieses gerade im Familien- oder Freundeskreis viel diskutiert wird. Doch auch die Art und Weise, wie ein Thema medial dargestellt wird, kann dazu führen, dass oftmals unbewusst und schnell Meinungen zu einem Thema gebildet werden.

Fake News beispielweise, also bewusst verbreitete Falschinformationen, präsentieren Themen häufig sehr emotional, was nicht nur Kinder und Jugendliche leicht dazu verleiten kann, sie zum Beispiel mittels WhatsApp oder Facebook selbst zu verbreiten. Wie eine Studie des US-amerikanischen Forschungsinstituts Ipsos Public Affairs zeigt, können Fake News sehr schnell eine große Reichweite erreichen und bleiben auch gut im Gedächtnis.

Medienrealität oder Wirklichkeit

Häufiger noch als mit Fake News werden Kinder und Jugendliche mit Informationen konfrontiert, die ihre Ansichten auf subtile Weise beeinflussen können. Gerade auf YouTube dienen viele Medienformate wie beispielsweise Beauty- und Lifestyle-Kanäle der Unterhaltung. Es handelt sich häufig um inszenierte Welten, die genau dann Meinungen und Ansichten von Kindern prägen, wenn diese zu einem Thema noch nicht über ausreichend eigene Erfahrung verfügen oder ihnen Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Informationsquellen fehlen.

So ist die Bewerbung von Produkten bei vielen YouTubern als solche nicht eindeutig gekennzeichnet. „Gerade für Kinder und Jugendliche ist es schwierig, zu unterscheiden, was eine persönliche Empfehlung und was eine klare Beeinflussung durch Werbung ist.“, so der Medienpädagoge Markus Gerstmann im Interview mit Teachtoday.

Auch in dem zum Prozess der Identitätsfindung dazu gehörenden Spiel mit verschiedenen Rollen orientieren sich junge Menschen an soziale Medien wie YouTube. Sie können klischeehafte Darstellungen von Frauen und Männern präsentieren, aber ebenso alternative Rollen- und Geschlechtermodelle aufzeigen und junge Menschen darin bestärken, sich individuell zu entwickeln.

Lasst uns darüber sprechen

Auf der Suche nach der eigenen Identität sind über soziale Netzwerke transportierte Rollen und Inhalte ein wichtiger Bestandteil für Heranwachsende. Die so genannten Intermediäre (Soziale Netzwerke, Instant-Messaging-Dienste, Suchmaschinen oder Videoportale) können so im Positiven wie im Negativen zur Entwicklung von Wertevorstellungen, Geschlechterrollen oder Lebensmodellen beitragen (Hans-Bredow-Institut 2016).

So ist LeFloid’s Leitsatz auch ein guter Ratgeber, wenn es darum geht, junge Menschen in der Entwicklung ihrer Medienkompetenz zu unterstützen. Damit sie die über Medien vermittelten Informationen, Rollenbilder oder Weltanschauungen beurteilen und diese ihren eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend nutzen können.

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